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Stärkere Aufsicht bei Tier-Antibiotika

Ab 2019 soll eine nationale Datenbank die Überwachung des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermedizin möglich machen.

Tiere im Stall sollen auch mit weniger Antibiotika fit sein.
Tiere im Stall sollen auch mit weniger Antibiotika fit sein.
Fotolia

Seit 2008 sind in der Landwirtschaft die Antibiotikakäufe für den Einsatz in der Tiermedizin um 45 Prozent auf knapp 38,4 Tonnen im letzten Jahr gesenkt worden. Allein im Jahr 2016 gingen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent zurück, wie der Schweizer Bauernverband (SBV) gestern unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BVET) mitteilte. Doch der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen ist noch nicht ausgefochten.

Verbrauch entscheidend

Verkaufszahlen haben nur eine bedingte Aussagekraft, wie das BVET auf Anfrage betonte. «Nicht der Verkauf der Antibiotika ist entscheidend, sondern deren tatsächlicher Einsatz», sagt Stefan Kunfermann vom BVET. «Über den Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin liegen aber keine Daten vor. Um diese Wissenslücke zu schliessen, braucht es die nationale Datenbank, die Anfang 2019 in Betrieb gehen soll.»

In dieser Datenbank soll künftig jeder Antibiotikaeinsatz erfasst werden. Werden Antibiotika in einem Stall übermässig eingesetzt, kann der Bund gezielt intervenieren. Die Themen Antibiotikaeinsatz und -resistenzen seien für die Landwirtschaft von grösster Bedeutung, schreibt der SBV in seiner Mitteilung. Seit dem ersten Schritt 1999 mit dem Verbot von Antibiotika in Form von antimikrobiellen Leistungsförderern im Futter sei viel getan worden. Mithilfe einer ganzen Reihe von Projekten sei es gelungen, den Antibiotikaverbrauch in der Landwirtschaft zu senken. Zahlreiche weitere Anstrengungen würden unternommen, so der Einsatz homöopathischer Medizin im Tierbereich sowie zahl­reiche Programme zur Verbesserung der Tiergesundheit.

Problematik nicht gelöst

Doch die Resistenzproblematik sei noch lange nicht gelöst, schreibt der SBV. Tierärzte und Nutztierhalter nehmen die Resistenzproblematik ernst; die Landwirtschaft bleibe weiter dran. «Es ist aber nicht möglich, dass die Landwirtschaft die Probleme der Humanmedizin löst, die diese in Spitälern und Arztpraxen selber verursacht. Sie muss ihre Hausaufgaben ebenfalls machen», fordert der Bauernverband.

SDA

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