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Suizidhilfe: Neue Richtlinien

Medizin Wie Ärzte mit Sterbewünschen umgehen sollen, ist das Thema neuer Richtlinien, welche die zuständige Akademie im November zur Diskussion stellen wird.

Brigitte Walser

Wie sollen sich Ärzte verhalten, wenn Patienten ein Sterbemittel verlangen? Seit Jahren wird diese Frage kontrovers diskutiert. Die neuen Richtlinien für Ärzte zum Thema Lebensende – sie umfassen auch den Bereich der Suizidhilfe – werden deshalb mit Spannung erwartet. Im November sollen sie in die Vernehmlassung ­geschickt und breit diskutiert werden.

Am Donnerstag gab die zuständige schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) die Eckpunkte bekannt. Noch sind diese vage formuliert. Klar ist einzig, dass die neuen Richtlinien das Thema Lebensende umfassend abhandeln: Es gehe um alle medizinischen Entscheidungen im Umgang mit Sterben und Tod, schreibt die SAMW.

Die heutigen Richtlinien zum Lebensende beschränken sich auf jenen Zeitabschnitt, in welchem der Tod ohnehin in Tagen oder Wochen zu erwarten ist. ­Suizidhilfe, bei der Patienten zwar nicht todkrank sind, aber über fehlende Lebensqualität klagen, regeln sie deshalb nicht.

Die SAMW hatte sich bisher auf den Standpunkt gestellt, dieser Bereich liege nicht in der Verantwortung der Ärzte, sondern der gesamten Gesellschaft. Zu welchem Schluss sie diesbezüglich in den neuen Richtlinien kommen wird, ist offen: Noch sei die Rolle der Ärzte bei Anfragen zur Suizidhilfe Gegenstand der Diskussion, schreibt die SAMW.

Ihr steht eine Gratwanderung bevor. So zeigen Umfragen zum Beispiel, dass in der Bevölkerung ein einfacherer Zugang zu Sterbemitteln für Hochbetagte auf Akzeptanz stösst. Ärzte hingegen lehnten bei einer Umfrage die Suizidhilfe bei hoch betagten, gesunden Menschen mehrheitlich ab.

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