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Suva setzt keine Detektive mehr auf Versicherte an

Die Unfallversicherung reagiert auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Dieser rügte die Observation eines Unfallopfers.

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Die Suva überwachte bisher mutmassliche Versicherungsbetrüger in Einzelfällen. (Archivbild)
Die Suva überwachte bisher mutmassliche Versicherungsbetrüger in Einzelfällen. (Archivbild)
Alessandro Della Bella, Keystone

Die Suva verzichtet vorläufig auf den Einsatz von Detektiven bei der Missbrauchsbekämpfung. Der Unfallversicherer reagiert damit auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Die Suva observierte mutmassliche Versicherungsbetrüger in Einzelfällen.

Am Dienstag hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass die Schweiz über keine ausreichende Gesetzesgrundlage für die Observierung von Versicherten verfügt. Die Strassburger Richter rügten die Observation eines Unfallopfers mithilfe von Privatdetektiven eines Versicherers als Verstoss gegen das Recht auf Schutz des Privatlebens. Eine 62-jährige Zürcherin erhielt dabei recht.

10 bis 15 Verdachtsfälle pro Jahr

Beim Urteil handle es sich nicht um einen Fall der Suva, teilte der Unfallversicherer mit. Die Suva nehme das Urteil zur Kenntnis. Als Sofortmassnahme vergibt die Suva vorläufig keine neuen Observationsaufträge mehr. Sie wolle das Urteil analysieren und mögliche Konsequenzen sorgfältig prüfen. Danach entscheide die Suva über das weitere Vorgehen.

Privatdetektive setzte die Suva bis anhin in Einzelfällen ein, wie es in der Mitteilung heisst. Pro Jahr kamen sie bei etwa 10 bis 15 Verdachtsfällen zum Einsatz. 2015 klärte die Suva insgesamt 574 Verdachtsfälle ab. Seit der Einführung der Missbrauchsbekämpfung 2006 konnte die Suva laut eigenen Angaben 117 Millionen Franken an Prämiengeldern einsparen.

(SDA)

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