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SVP und SP verlieren an Schwung

Zehn Wochen vor den eidgenössischen Wahlen hat die Sorge um den Franken das politische Klima verändert. Davon profitieren vor allem die Mitteparteien, wie das neuste Wahlbarometer der SRG SSR zeigt.

Wäre Ende Juli gewählt worden, gehörten Grünliberale, BDP und CVP zu den Gewinnern: Die Grünliberalen kämen auf 4,6 Prozent Wähleranteil, das sind 3,2 Prozentpunkte mehr als bei den Wahlen 2007.

Die BDP könnte 2,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen; die CVP würde mit 15 Prozent Wähleranteil gegenüber 2007 sogar um 0,5 Prozentpunkte zulegen. Im Vergleich zum Barometer vom Juni legte die CVP sogar um 1,6 Prozentpunkte zu.

Die FDP müsste mit 16,1 Prozent gegenüber 2007 zwar ein Minus von 1,6 Prozentpunkten verzeichnen. Im Vergleich zu den letzten zwei SRG- Wahlbarometern, die jeweils das Forschungsinstitut gfs.bern erstellt, konnten die Freisinnigen aber erstmals ihren Sinkflug stoppen. Gegenüber dem Barometer vom Juni gewannen sie 1,1 Prozentpunkte dazu.

«Fukushima-Effekt» verpufft

Nicht mehr so einfach zulegen wie unmittelbar nach der Atomkatastrophe in Japan können die Atomgegner-Parteien: Der sogenannte «Fukushima-Effekt», der den Frühling des Wahljahres geprägt habe, sei verpufft, schreiben die Politologen von gfs.bern.

Die Grünen kommen gemäss des neusten SRG-Wahlbarometers auf 10,1 Prozent Wähleranteil. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als 2007; im Vergleich zum Wahlbarometer vom Juni blieben sie mit einem Plus von 0,1 Prozentpunkten stabil.

Die SP liegt mit einem Wähleranteil von 18,5 Prozent 1 Prozentpunkt unter dem Resultat von 2007. Im Vergleich zur Wählerbefragung vom Juni verlor die Partei aber 0,4 Prozentpunkte. Ein Hinweis, dass der Fukushima-Effekt langsam verpufft, liefern auch die Grünliberalen (glp).

Die glp gehört mit 4,6 Prozent zwar immer noch zu den Gewinnern, verglichen mit den Wahlbarometern vom April und Juni musste sie jedoch zurückbuchstabieren. Im April waren die Grünliberalen noch auf 5,7 Prozent gekommen; im Juni auf 5,2 Prozent.

SVP klar an der Spitze

Klare Leaderin bleibt die SVP mit 27,4 Prozent Wähleranteil. Sie zeige jedoch trotz der jüngst lancierten Initiative «gegen Masseneinwanderung» Mobilisierungsprobleme, halten die Politologen von gfs.bern fest. Bei den Wahlen 2007 hatten sich noch 28,9 Prozent Wähler für die SVP entschieden. Auch im Vergleich zum Barometer vom Juni verlor die SVP 0,1 Prozentpunkte.

Ein Blick auf das Sorgenbarometer der Wählerinnen und Wähler dürfte die SVP-Parteistrategen allerdings optimistisch stimmen: Das Thema Migration, das die SVP mit zahlreichen Plakaten, Initiativen und Vorstössen dominiert, beschäftigt die Befragten wieder am meisten.

Migration erobert 1. Platz zurück

43 Prozent gaben an, die Migration sei das dringendste oder zweitdringendste Problem, das es zu lösen gelte. Im Juni waren es noch 34 Prozent gewesen.

Noch lediglich 29 Prozent finden Umwelt/Energie das wichtigste Thema. Im Juni (43 Prozent) und im April (47 Prozent) war die Umwelt das Spitzenthema gewesen. Auf dem dritten Platz der dringendsten Anliegen figuriert neu Wirtschaft/Konjunktur: 15 Prozent der Befragten gaben an, das sei ihre grösste Sorge. Im Juni waren bloss 6 Prozent dieser Meinung.

Nach den Debatten um die Ausschaffungsinitiative Anfang Jahr und der Atomkatastrophe in Japan im März sei die Sorge um den starken Franken und die einheimische Wirtschaft möglicherweise der Anfang eines dritten Zyklus, schreiben die Forscher von gfs.bern. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen dieser Problematik könnten allerdings noch nicht klar eingeordnet werden.

Gfs.bern befragte zwischen dem 25. Juli und 6. August 2005 Wahlberechtigte in der ganzen Schweiz.

SDA/pbe

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