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«SVP-Exponenten müssen durch Vorwärtsdenker ersetzt werden»

Gemäss einer Umfrage verfehlt die SVP ihr Wahlziel von 30 Prozent. Das Resultat löste bei unseren Lesern eine Diskussion über die Volksnähe der Partei aus. Debattiert wurde auch der weitere Verlauf des Wahlkampfes.

Nicht genug lösungsorientiert: SVP-Präsident Toni Brunner während einer Medienkonferenz vom Juli 2011.
Nicht genug lösungsorientiert: SVP-Präsident Toni Brunner während einer Medienkonferenz vom Juli 2011.
Keystone

Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, schneidet die SVP bei den Schweizer Stimmberechtigten verhältnismässig schlecht ab. Wäre bereits Anfang August gewählt worden, die Partei hätte einen Wähleranteil von 24,8 Prozent erreicht. Obwohl die SVP damit immer noch deutlich stärkste Kraft im Land ist, verfehlt sie ihr Wahlziel von 30 Prozent.

Die Bedeutung der Umfrageresultate sowohl für die Partei als auch für die Wahlen im Herbst wird von den Lesern von Redaktion Tamedia hitzig debattiert. Während die einen der SVP bis im Oktober eine Erstarkung voraussagen, sehen andere in den Resultaten eine lang ausgebliebene Reaktion auf die «Politik für die oberen Zehntausend».

Keine Antworten auf die Wirtschaftskrise

Edwin Schaltegger etwa begrüsst den Wahldämpfer: «Die Exponenten dieser Partei, allen voran Toni Brunner, müssen durch vorwärtsdenkende, lösungs- und wirtschaftsorientierte Leute ersetzt werden.» Markus Sennheiser zieht mit und sieht im schwächelnden Wähleranteil ein Zeichen dafür, dass die Partei mit ihrer Ausländerpolitik an den Sorgen des Volkes vorbeipolitisiert: «Wen interessieren ein paar Burkas und Türmchen? Es braucht jetzt eine faire Geldumverteilungspolitik. Wohlstand für alle heisst auch weniger Kriminalität.» Dem pflichtet schliesslich auch Helmut Melzer bei: «Die Ausländerhetzkampagnen der SVP sind eben nicht die Antwort auf die jetzt bevorstehende Wirtschaftskrise, die auch die Schweiz erreichen wird. Das bemerken immer mehr.»

Nur eine Momentaufnahme

Von einigen Lesern wird hingegen die Aussagekraft der Erhebung infrage gestellt. So gibt Roman Günter zu bedenken, dass bis im Oktober das letzte Wort noch nicht gesprochen ist: «Man sollte sich einfach bewusst sein, was die SVP an politischen Inhalten spart, investiert sie in Propaganda. Das Mobilisierungspotenzial ist also enorm.» Dies sieht auch Patrick Tanner so: «Mit dem Wahlkampf wird die Mobilisierung zunehmen, sodass die SVP locker mehr als 29 % der Stimmen erhalten wird.» Stefan Kreis ruft gar die Kehrtwenden bei vergangenen Wahlen und Abstimmungen in Erinnerung: «Immer das gleiche Bild vor jeder Wahl: Umfragen prognostizieren Einbussen für die SVP, und am Wahltag passiert dann das Gegenteil: Die SVP legt zu, und alle Meinungsforscher kratzen sich am Kopf.» Mario Monaro unterschreibt die Aussage: «Einmal mehr sei daran erinnert, dass dies eine Momentaufnahme ist. Zudem war es schon früher oft so, dass manche Befragte nicht zugeben wollten, dass sie SVP wählen.»

«Nicht nur lamentieren, wählen gehen»

Die Prognosen zu den bevorstehenden Wahlen veranlassten manche Leser aber auch zu kritischen Kommentaren zu Parteipolitik und niedriger Wählerbeteiligung. Ronnie König etwa fordert ein Wegkommen von «veralteten Parolen und Parteibüchli». Von den Politikern will er mehr Mut und Visionen: «Oder warum euch wählen?» Ernst Pauli sieht die Umfrage gar als Aufruf an die Stimmbürger, sich wieder stärker am politischen Geschehen zu beteiligen: «Es wäre schön, wenn die mehr als 70 % der Stimmbürger nicht nur lamentieren, sondern auch wählen gehen.»

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