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SVP-Initiative treibt Zahl der Einbürgerungen in die Höhe

2500 Ausländer beantragen pro Monat den Schweizer Pass. Laut dem Bundesamt für Migration könnte die Ausschaffungsinitiative Schuld daran sein. SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli lehnt dies kategorisch ab.

«Die Einbürgerungsanforderungen wurden in den letzten Jahren massiv heruntergesetzt»: SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli.
«Die Einbürgerungsanforderungen wurden in den letzten Jahren massiv heruntergesetzt»: SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli.
Keystone

Seit Beginn des Jahres verzeichnet der Bund eine Zunahme an Einbürgerungsgesuchen von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Januar wollen pro Monat im Schnitt 2500 Ausländer die Schweizer Staatsbürgerschaft, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Hält sich der Trend, wären dies bis Ende Jahr rund 30'000 Gesuche, die das Bundesamt für Migration erhält. Damit käme 2011 nahe ans Rekordjahr 2008 heran, als beinahe 35'000 eingingen.

Zunahme wegen Ausschaffungsinitiative

Michael Heckendorn vom Bundesamt für Migration bestätigt die Zunahme gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Wir beobachten seit einiger Zeit einen signifikanten Anstieg an Gesuchen.» Dazu kämen sehr viele E-Mails, in denen sich Migranten nach den Einbürgerungsbedingungen erkundigten, so Heckendorn weiter.

Heckendorn schliesst nicht aus, dass die Zunahme der Gesuche mit der Annahme der SVP-Ausschaffungsinitiative zusammenhängt. Laut «SonntagsZeitung» hatten Ausländerorganisationen Migranten dazu ermuntert, bei einem Ja zur Initiative die Schweizer Staatsbürgerschaft zu beantragen. «Für einige könnte das den Ausschlag gegeben haben, sich jetzt um den Schweizer Pass zu bemühen», sagt Heckendorn weiter.

Angst, wegen Kleinigkeiten ausgeschafft zu werden

Keineswegs überrascht über den Anstieg ist Ylfete Fanaj, Präsidentin der Migrantenorganisation Secondos Plus. Gegenüber der «SonntagsZeitung» meint sie: «Die Ausländer hier sind verunsichert. Sie haben Angst, wegen einer Kleinigkeit ausgeschafft zu werden.» Mit der Einbürgerung wollten die Menschen auf Nummer sicher gehen, sagt Fanaj weiter.

Nicht gelten lassen will diese Erklärung der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Er ist der Meinung, dass der Anstieg an Einbürgerungsgesuchen auf die zu lasche Gesetzgebung zurückzuführen ist. In der «SonntagsZeitung» sagt er: «Die Einbürgerungsanforderungen für die nachfolgenden Generationen wurden in den letzten Jahren massiv heruntergesetzt.» Eine Einbürgerung sei mittlerweile nur noch ein Verwaltungsakt, so der SVP-Nationalrat.

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