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Tessiner Lehrer streiken

Die Staatsangestellten im Tessin wehren sich gegen die Sparmassnahmen und Lohnkürzungen. An mehreren Kantonsschulen sind die Lehrer dem Unterricht ferngeblieben. Später soll eine Kundgebung stattfinden.

Unterricht mit drei Personen: In Barbengo erschienen nur die Ersatzlehrerin und zwei Schülerinnen. (5. Dezember 2012)
Unterricht mit drei Personen: In Barbengo erschienen nur die Ersatzlehrerin und zwei Schülerinnen. (5. Dezember 2012)
Keystone

An zahlreichen Tessiner Kantonsschulen ist der Unterricht ausgefallen. Grund war ein Streik der Tessiner Staatsangestellten, die sich gegen geplante Lohnkürzungen und Sparmassnahmen im kommenden Jahr wehrten. Für den Nachmittag ist eine Kundgebung in Bellinzona geplant.

In rund 15 Mittelschulen und Gymnasien im ganzen Kanton weigerte sich ein Grossteil der Lehrer, einen normalen Unterricht abzuhalten. Zumindest einzelne Stunden fielen aus. Schüler und Eltern waren im Vorfeld schriftlich informiert worden. Viele Jugendliche blieben zu Hause oder hatten früher als üblich Schulschluss.

Alternativprogramm für Schüler

So bestand beispielsweise eine Klasse der «Scuola media» in Barbengo TI aus nur zwei statt 22 Schülern. An einer Schule in Bellinzona wurden von insgesamt 360 Schülern nur 22 erwartet. Den anwesenden Jugendlichen wurde zum Teil ein Alternativprogramm mit Filmen und Musik angeboten.

Der Kanton hatte im Vorfeld an die Betreuungspflicht der Schulen appelliert. Zwischen Kanton und Gewerkschaft gab es Uneinigkeit über die Pflicht der Eltern, die Kinder trotz Unterrichtsausfall zur Schule zu schicken. Den Lehrern wurde vom Erziehungsdepartement aber grundsätzlich ein Recht auf Streik zugesprochen.

Protest gegen Lohnkürzungen

Zur Protestaktion hatte die Gewerkschaft VPOD aufgerufen. Weitere Gewerkschaften, darunter die SEV, schlossen sich an. Bei den kantonalen Behörden soll der Streik erst am Nachmittag beginnen. Am Vormittag gab es in der Regel nur kleinere Arbeitsunterbrechungen und Informationsstände an den Büroeingängen.

Der Protest der Staatsangestellten richtet sich gegen die Pläne der Regierung, im Rahmen des Buget 2013 von allen Kantonsmitarbeitern einen Solidaritätsbeitrag von 2 Prozent auf den jeweiligen Lohn zu erheben. Staatlich gestützten Einrichtungen, beispielsweise im Gesundheitsbereich, sollen Vergütungen um 1,8 Prozent gekürzt werden.

Der Kanton will mit diesen Massnahmen verhindern, dass der Haushalt ein Defizit von 200 Millionen überschreitet und in eine negative Eigenfinanzierung abrutscht. Sparmassnahmen von insgesamt 94 Mio Franken wurden im Oktober zusammen mit dem Budget präsentiert. Nachträglich setzte die Regierung den Rotstift für weitere 18 Mio an.

Budget 2013 droht Ablehnung

Der Haushalt 2013 und die Sparpläne sind allerdings noch nicht vom Kantonsparlament abgesegnet worden. Die Parteien drohen aus unterschiedlichen Gründen, die Regierungsbotschaft abzulehnen. Die SP - gemeinsam mit der Gewerkschaft OCST - hofft, in Rahmen dieser Debatte die geplanten Lohnkürzungen rückgängig machen zu können.

SDA/kpn

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