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Tessiner setzen voll auf Cassis

Der Vorstand der Tessiner FDP rechnet sich mit einer Einerkandidatur die grössten Chancen aus. Er schlägt daher nur Ignazio Cassis als Nachfolger von Didier Burkhalter im Bundesrat vor.

Peter Meier
Er geht, wer kommt nach ihm? Didier Burkhalter war acht Jahre lang Bundesrat.
Er geht, wer kommt nach ihm? Didier Burkhalter war acht Jahre lang Bundesrat.
Keystone
Hat sich in der Genfer Kantonsregierung einen Namen in der gesamten Westschweiz gemacht: Pierre Maudet könnte die Nachfolge für Burkhalter antreten.
Hat sich in der Genfer Kantonsregierung einen Namen in der gesamten Westschweiz gemacht: Pierre Maudet könnte die Nachfolge für Burkhalter antreten.
Keystone
Als mögliche Deutschschweizer Kandidaten werden Ständerätin Karin Keller-Sutter (SG)...
Als mögliche Deutschschweizer Kandidaten werden Ständerätin Karin Keller-Sutter (SG)...
Keystone
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Es läuft alles für Ignazio Cassis. Der Tessiner Nationalrat und Chef der FDP-Bundeshausfraktion soll ohne Konkurrenz aus dem eigenen Kanton ins Rennen um den Bundesratssitz des ab­tretenden Didier Burkhalter steigen. Diesen Entscheid für ein ­Soloticket mit Cassis gab der ­Vorstand der Tessiner Kantonalpartei am Dienstag bekannt. Eingefädelt hat ihn die Parteispitze allerdings schon kurz nach Burkhalters überraschender Rücktrittsankündigung.

Nur eine Einerkandidatur habe in Bern ernsthafte Aussichten auf Erfolg, verkündeten denn auch Ex-Parteipräsident Fulvio Pelli und der aktuelle Tessiner FDP-Chef Bixio Caprara seit Wochen unisono. Genauso frühzeitig stand der Name des Kronfavoriten fest, zumal Cassis schon länger Bundesratsambitionen nachgesagt werden.

Ein Zeichen der Stärke setzen

Dieser bringe alle Qualitäten für das Amt mit, besitze Glaubwürdigkeit, einen guten Ruf und sei in Bundesbern gut vernetzt, begründete Caprara am Dienstag den Entscheid des Parteivorstands für den ehemaligen Tessiner Kantonsarzt Cassis, der seit 2007 im Nationalrat sitzt und dort seit zwei Jahren die Fraktion anführt.

Die Strategie, alles auf die Karte Cassis zu setzen, ist intern indes umstritten. Denn sie ist nicht ungefährlich, wenn die Bundeshausfraktion ein Zweierticket mit je einem Vertreter aus der ­Romandie und dem Tessin beschliesst. Diese Befürchtungen konterte der Kantonalpräsident am Dienstag: Mehrere Kandidaten der Tessiner FDP könnten auch als Zeichen der Schwäche interpretiert werden.

Angesichts dieser Überlegungen der Parteiführung hätten die ehemalige Tessiner National- und Regierungsrätin Laura Sadis sowie der amtierende Wirtschafts- und Finanzdirektor Christian Vitta ihre Kandidaturen nicht eingereicht, so Caprara. Beide waren im Vorfeld aus aussichtsreiche potenzielle Kandidaten gehandelt worden.

Entscheid erst im August

Ganz aus dem Rennen sind sie ­damit freilich noch nicht. Denn ihren definitiven Nominationsentscheid wird die Tessiner FDP erst am 1. August fällen – und dabei könnten die Delegierten die Pläne der Parteispitze noch über den Haufen werfen. Sehr wahrscheinlich ist das aber nicht. Denn der Vorstand hat vorgesorgt: Der gestrige Entscheid sei in Absprache mit allen wichtigen Parteiexponenten gefällt worden, betonte Caprara.

Cassis selbst hielt sich bislang bedeckt. Eine Bundesratskandidatur sei keine Entscheidung, die man auf die «leichte Schulter» nehme, sagte er am Dienstag dazu. Der 56-Jährige unterstrich den Anspruch des Tessins auf den frei werdenden Bundesratssitz. Seine Kandidatur stehe über seiner Person und erfolge stellvertretend für einen ganzen Landesteil, so Cassis. Er wolle aber nicht bloss als «Sondergesandter für das Tessin» in die Regierung.

Ein Thema war am Dienstag auch das schon oft kritisierte Engagement von Cassis als Präsident des Krankenkassenverbands Cura­futura, das ihm im Südkanton den wenig schmeichelhaften Spitz­namen «Krankencassis» eintrug. Er sei immer transparent ge­wesen, sagte Cassis: «Für mich ist Lobbyismus kein schlechtes Wort.» Er engagiere sich dafür, dass es weiter ein bezahlbares Gesundheitsangebot gebe.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte Cassis: Sollte er als definitiver Kandidat für das Tessin nominiert werden, würde er sämtliche Mandate ruhen lassen. Er wolle sich dann ganz und gar auf seine Kandidatur vorbereiten.

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