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Übermüdete Ärzte gefährden Patienten

Mehr als 60 Wochenstunden und über siebentägige Dauereinsätze: 70 Prozent der Ärzte in der Schweiz arbeiten massiv zu viel. Eine Studie zeigt: Das hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten.

Chronisch überlastete Ärzte sind ein beliebter Stoff für US-Fernsehserien. Wenn sie es trotz Schlafmangels und Dauereinsätzen schaffen, einem Patienten das Leben zu retten, ist ein spannendes und emotionales TV-Erlebnis garantiert. In der Schweiz ist dieser Zustand keine Fiktion, sondern in vielen Spitälern Realität: Bei fast 70 Prozent der Assistenz- und Oberärzte wird das Arbeitsgesetz nicht eingehalten. Das zeigt eine repräsentative Studie des Verbandes Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO). Die Hälfte der 3300 Befragten arbeitet mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Maximum von 50 Wochenstunden. Ein Viertel der Ärzte ist sogar mehr als 60 Stunden im Einsatz. Im Durchschnitt arbeiten die Mediziner pro Woche 56,5 Stunden und leisten damit jährlich 141 Überstunden. Nur bei 29 Prozent wird die im Vertrag geregelte Wochenarbeitszeit nicht überschritten.

Oft werden aber die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden gar nicht gemeldet. Dies ist umso häufiger der Fall, je mehr ein Arzt arbeitet. 29 Prozent der Befragten wissen nicht, wie viele Überstunden sie 2013 geleistet haben. Daher dürfte diese Zahl noch viel höher liegen, folgert der Verband.

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