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Um 8 Uhr hob die erste Hornet ab

Beim F/A-18-Absturz im Jahr 1998 blieben die Kampfjets eine Woche am Boden. Nach dem gestrigen Unglück herrscht bereits wieder Normalbetrieb. Die Piloten seien «psychologisch geschult», teilt die Luftwaffe mit.

Bereits wieder im Einsatz: F/A-18 D Hornet in Emmen LU. (Archivbild)
Bereits wieder im Einsatz: F/A-18 D Hornet in Emmen LU. (Archivbild)
Keystone

Nachdem die Luftwaffe den Flugdienst gestern vorläufig eingestellt hatte, läuft der Betrieb heute wieder normal. Der Auftrag, den Luftraum zu schützen, stehe im Vordergrund, sagte Luftwaffen-Sprecher Jürg Nussbaum auf Anfrage von Redaktion Tamedia. «Unter anderem gilt es, den Schweizer Luftraum zu sichern. Diesen Auftrag erfüllen wir.» Zwischen 8 und 8.30 Uhr seien die ersten Flugzeuge abgehoben, teilt Nussbaum mit.

Dass der Flugbetrieb nach dem Absturz eines F/A-18-Kampfflugzeugs bei Alpnachstad OW gestern vorläufig eingestellt worden sei, habe «psychologische Gründe», sagte Nussbaum. Einen Tag später arbeiten die Fliegerstaffeln nun wieder im Normalbetrieb, auch die F/A-18-Staffeln in Payerne VD und Meiringen BE. «Der Verlust ihres Kameraden macht die Piloten natürlich betroffen. Doch eine Verunsicherung ist nicht zu spüren», sagt Nussbaum. Es sei den Piloten freigestellt worden, ob sie heute wieder einen Einsatz leisten wollten. «Die Piloten sind für solche Situationen geschult», sagt Nussbaum.

Einwöchiges Flugverbot beim letzten Absturz

Beim letzten Absturz einer F/A-18 herrschte ein anderes Vorgehen: Unmittelbar nach dem Unfall sprach der damalige Luftwaffenkommandant Fernand Carrell ein sofortiges Flugverbot für alle F/A-18-Kampfjets aus. Im Zuge der Abklärungen wurden darauf verschiedene fliegerische und technische Massnahmen eingeleitet, um die Sicherheit der Piloten zu verbessern. Das Flugverbot wurde erst eine Woche später wieder aufgehoben, als die Absturzursache geklärt war.

Der Schutz des Luftraums mit einem Luftpolizeidienst ist die primäre Aufgabe der Luftwaffe. Zu den Aufgaben der Luftpolizei gehören unter anderem Hilfeleistungen für zivile Flugzeuge mit Navigationsproblemen. Fünf- bis zehnmal pro Jahr fliegt die Luftwaffe sogenannte Hot Missions. Dazu zählen etwa Funkausfälle bei zivilen Flugzeugen oder schwerwiegende Verletzungen der Luftverkehrsregeln.

Nur noch 32 Maschinen im Einsatz

Der Luftpolizeidienst wird aber nicht rund um die Uhr betrieben. Nach 17 Uhr und am Wochenende können keine Einsätze geflogen werden. Aus der Sicht von Verteidigungsminister Ueli Maurer wäre eine dauernde Einsatzbereitschaft der Luftwaffe überfällig, wie er im vergangenen Jahr sagte: «Eigentlich ist es notwendig, denn alle Länder um uns herum machen das.» Das Budget der Armee lasse einen Rundumbetrieb aber nicht zu.

Neben der F/A-18-Flotte, die nach dem gestrigen Absturz noch 32 Maschinen umfasst, leisten auch die Tiger F-5 Luftpolizeieinsätze. Aufgrund seiner veralteten Technologie genügt der seit 1978 im Einsatz stehende Typ allerdings «selbst den Mindestanforderungen für den Luftpolizeidienst nicht mehr», wie das Verteidigungsdepartement schreibt. Abhilfe soll die Beschaffung von 22 Gripen-Kampfflugzeugen schaffen.

SDA/mrs

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