Zum Hauptinhalt springen

Unterfütterung 2014

Bei Ecopop müssen Zahlen herhalten, um andere Menschen auszuschliessen.

Die Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji am Schweizer Gemeinschaftsstand an der Leipziger Buchmesse 2014. Foto: Fabian Stamm (Keystone)
Die Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji am Schweizer Gemeinschaftsstand an der Leipziger Buchmesse 2014. Foto: Fabian Stamm (Keystone)

Es lebe die Biederkeit, die sich nichts vorwerfen lassen muss. Der heutige Biedermann zeichnet grüne, dicke, selbstbewusste Pfeile, Ökosysteme, schützt Schweizer Vögel, besteigt das Rad nach einem anstrengenden Arbeitstag. Vor allem aber kennt er sich aus mit Zahlen, rettet die Welt in Prozenten.

Kann man sich eine Politik ohne Zahlen vorstellen, ohne Statistik? Kaum. Zahlen bedeuten klare, unsentimentale Lösungen, beziffern eine vertrauenerweckende Gefühl­losigkeit: «Die ständige Wohnbevöl­kerung in der Schweiz darf infolge Zuwanderung im dreijährigen Durchschnitt nicht um mehr als 0,2 Prozent pro Jahr wachsen.» Dieser mit Zahlen gespickte Satz wird Teil der Bundesverfassung, falls die Ecopop-Initiative angenommen wird. Gedankliche Vorbedingung ist die Reduzierung der Zahl zur Anzahl.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.