Zum Hauptinhalt springen

Unterstützungspflicht kennt keine Grenzen

Wer in der Schweiz lebt und bedürftige Verwandte in Deutschland hat, kann unterhaltspflichtig werden. Beim Versuch, an das Geld heranzukommen, umgehen deutsche Behörden oft den Rechtsweg.

Verwandte sind in Deutschland häufiger zum Unterhalt verpflichtet (Bild: Obdachloser in Hannover). Foto: Henning Bode (Keystone)
Verwandte sind in Deutschland häufiger zum Unterhalt verpflichtet (Bild: Obdachloser in Hannover). Foto: Henning Bode (Keystone)

In den 80er-Jahren zog die Deutsche Monika Lehmann (Name geändert) in die Schweiz. Sie heiratete einen Schweizer, bekam das Schweizer Bürgerrecht und lebt seither hier. Zu ihrer Mutter in Deutschland hatte Monika Lehmann in den letzten Jahren kaum noch Kontakt.

Doch vor wenigen Wochen wurde sie unerwartet an die engen verwandtschaftlichen Bande erinnert, als sie ein Schreiben erhielt von den Behörden aus dem Landkreis, wo ihre Mutter lebt. Dadurch erfuhr Lehmann, dass ihre Mutter in einem Pflegeheim sei und seit Anfang dieses Jahres staatliche Zuschüsse bekomme. Weiter heisst es in dem Brief, Lehmann gehöre als Tochter zu den Verwandten, «die vorbehaltlich ihrer Leistungsfähigkeit einander Unterhalt zu gewähren haben». Sie sei deshalb verpflichtet, Auskunft über ihre finanziellen Verhältnisse zu geben.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.