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Vergoldeter Abgang für Jacques de Haller

800'000 Franken erhält der scheidende FMH-Präsident laut einem Bericht. Dies soll ihm genügend Zeit verschaffen, um sich beruflich neu zu orientieren. Die Summe ist umstritten.

Kann sich über eine hohe Abgangsentschädigung freuen: Der abtretende Präsident des Schweizerischen Ärzteverbandes, Jacques de Haller. (Archivbild 2011)
Kann sich über eine hohe Abgangsentschädigung freuen: Der abtretende Präsident des Schweizerischen Ärzteverbandes, Jacques de Haller. (Archivbild 2011)
Keystone

Nach acht Jahren übergibt Jacques de Haller (SP) an der morgigen Sitzung der Ärztekammer sein Amt als Präsident des Schweizer Ärzteverbandes FMH seinem Nachfolger Jürg Schlup (FDP). Dabei wird er eine Abgangsentschädigung von 800'000 Franken erhalten. Dies berichtet heute die «Aargauer Zeitung/Nordwestschweiz». Denn laut Verbandsreglement hat der Präsident beim Ausscheiden nach zwei Legislaturen Anrecht auf zwei Jahreslöhne. Jacques de Haller verdiente 400'000 Franken jährlich.

«Die Abgangsentschädigung ist statutarisch vorgesehen. Das war so für meinen Vorgänger und wird auch so für meinen Nachfolger sein», sagte de Haller gegenüber der Zeitung. Wie FMH-Kreise gegenüber der «Aargauer Zeitung/Nordwestschweiz» verlauten liessen, soll die scheidende Person so genügend Zeit erhalten, sich neu zu orientieren. Denn wer sich für das FMH-Präsidium entscheide, müsse seine Praxis aufgeben und könne danach nicht ohne weiteres seine Arzttätigkeit wieder aufnehmen.

«Wenn das an die Öffentlichkeit kommt, wird das für Diskussionen sorgen»

Dennoch ist die Abgangssumme nicht unumstritten, wie die «Aargauer Zeitung/Nordwestschweiz» berichtet. Sie beruft sich dabei auf zwei Quellen, die sie nicht namentlich nennt. «Wir haben immer viel über die Lohnhöhe des FMH-Präsidenten diskutiert», sagte ein FMH-Insider gegenüber der Zeitung. Einigkeit habe dabei nicht geherrscht. Ein Gesundheitspolitiker, der ebenfalls anonym bleiben wollte, äusserte sich ähnlich: «Wir müssen diskutieren, ob das heutige Reglement nicht angepasst werden muss», sagte er gegenüber der Zeitung. Er glaubt: «Wenn das an die Öffentlichkeit kommt, wird das für Diskussionen sorgen.»

In welche Richtung sich der 60-Jährige nach seiner Zeit bei der Ärztevereinigung orientieren wird, lässt de Haller noch offen. Mitte November brachte die «SonntagsZeitung» de Haller als möglichen Nachfolger von Andreas Faller als Leiter des Direktionsbereichs Kranken- und Unfallversicherung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ins Spiel. Damals sagte er gegenüber der «SonntagsZeitung», er habe sich das noch nicht überlegt. Gegenüber der «Aargauer Zeitung/Nordwestschweiz» stellte er nun aber klar, dass er sich nicht um dieses Amt beworben habe oder angefragt worden sei.

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