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«Vielleicht ist meine Wahl auch eine Wunde für die SP»

Bundesrat Ignazio Cassis über seinen schweren Stand bei den Linken, den UNO-Migrationspakt und das EU-Rahmenabkommen.

«Jetzt sprechen die Tessiner anders über Bern»: Aussenminister Ignazio Cassis. Foto: Thomas Egli

«Jetzt sprechen die Tessiner anders über Bern»: Aussenminister Ignazio Cassis. Foto: Thomas Egli

Ignazio Cassis, Sie sind seit einem Jahr im Amt. Was hat sich seither in Ihrem Leben verändert?
Ziemlich alles. Mein Privatleben ist noch weniger geworden.

Sehen Sie Ihre Frau und das Tessin noch?
Ich versuche, pro Woche einen Tag zu Hause in Montagnola zu sein. Das ist mir immerhin bis auf wenige Ausnahmen gelungen.

Wie viel bringt ein Bundesrat einer Region?
Die italienische Schweiz ist jetzt Teil des Bundesrates. Das spürt man. Jetzt sprechen die Tessiner anders über Bern. Selbst die Lega, die gerne über die «Vögte» in Bern klagt.

Sie wurden vom ersten Moment an stark kritisiert. SP-Präsident Christian Levrat bezeichnete Sie als«Praktikanten». Ist das ein neues Phänomen in der politischen Kultur?
Ja, und das bedaure ich. Persönliche Attacken sind fehl am Platz. Man war es nicht gewohnt, dass ein Bundesrat so klar spricht. Vielleicht ist meine Wahl auch eine Wunde für die SP. Zum ersten Mal seit langem wurde ein Bundesrat gegen ihren Willen gewählt. Das waren sie sich nicht gewohnt.

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