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Warum das Parlament Lauber abwählen muss

Der Bundesanwalt hat sich in seinem Amt unmöglich gemacht, weil er die Untersuchungen gegen sich torpediert.

Machtmensch, Selbstdarsteller oder Macher und talentierter Kommunikator: Kein Zweifel, die Personalie des Schweizer Chefanklägers Michael Lauber ist die umstrittenste, die es in Bern vor den Wahlen noch zu entscheiden gibt. Lauber hat viele Anhänger und noch mehr Gegner. Auch wenn die Meinungen noch lange nicht überall gemacht sind: Im Moment sieht es nicht danach aus, dass Lauber wieder gewählt wird – und das ist gut so.

Wie kam es dazu, dass sich Lauber, der lange Zeit unangreifbar schien, nach acht Jahren im Amt im Parlament, das ihn wählen muss, unmöglich gemacht hat? Am Anfang seines Abstiegs stand ein grosser Auftritt. Am 27. Mai 2015 wurden sechs hochrangige Funktionäre des Weltfussballverbands (Fifa) festgenommen. Das war der vorläufige Höhepunkt der Fifa-Affäre, die nicht nur mit der Entmachtung des langjährigen Präsidenten Sepp Blatter endete, sondern möglicherweise auch Lauber den Kopf kostet. Was an jenem Mittwoch im Mai 2015 zum Vorschein kam, war ein System von Korruption, Vetternwirtschaft und dubiosen Zahlungen in Millionen­höhe. Millionen von Dokumenten wurden gesichert. Es kam zu Hausdurchsuchungen bei der Fifa und bei der Uefa, dem europäischen Fussballverband. Heikel dort waren die Vergabe von Fernsehrechten in Südamerika, in die der damalige Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino involviert war, die Rolle der Uefa bei der Vergabe der WM nach Katar und eine Zahlung von zwei Millionen Franken von Blatter an Uefa-Präsident Michel Platini, der ebenfalls zurücktreten musste.

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