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Was alles in die Schweiz geschmuggelt wird

Schweizer Grenzwächter beschlagnahmten im Jahr 2010 deutlich mehr illegale Waren als im Vorjahr. Bei Markenartikeln vermelden sie gar einen neuen Rekord.

Neuer Rekord beim Schmuggel von gefälschten Handtaschen und Uhren: Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) konnte 2010 so viele Luxusartikel-Fälschungen beschlagnahmen wie noch nie. Bei den geschmuggelten Lebensmitteln verdreifachte sich die Menge gegenüber dem Vorjahr.

Laut EZV wurden 2010 rund 826 Tonnen (2009: 251) Lebensmittel an der Grenze abgefangen. Die dabei hinterzogenen Zollabgaben belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Franken, wie die EZV am Dienstag in einer Medienmitteilung schreibt.

Beliebte Schmuggelware: Früchte und Gemüse

Mit 565 Tonnen sind Früchte und Gemüse die beliebtesten Lebensmittel, die in die Schweiz geschmuggelt wurden. Ihnen folgen Speise- und Olivenöl (78) sowie Getreide (70). Fleisch und Fleischwaren - Spitzenreiter 2009 - kommen in diesem Jahr mit 57 Tonnen erst auf Platz vier.

Einen Rekord wurde bei den beschlagnahmten Handelswaren verzeichnet: 2010 seien mit 2741 Fällen (2009: 1622) so viele Sendungen mit Fälschungen angehalten worden wie noch nie, schreibt die EZV.

Im Reiseverkehr waren es im vergangenen Jahr 1746 Fälle (2009: 780). Am meisten wurden Handtaschen, Reisetaschen und Portemonnaies (35,9%) geschmuggelt. Auf Platz zwei und drei folgen Uhren sowie Schmuck (18,3%) und Bekleidung (11,2%).

Erektionsförderer auf Platz eins

Bei den Betäubungsmittel stellte die EZV 2010 mehr Haschisch und Marihuana sicher als im Vorjahr. Beim Haschisch waren es 2010 77,8 Kilogramm (2009: 48,7), beim Marihuana stieg die beschlagnahmte Menge von 46 Kilogramm auf 79 Kilogramm. Beim Heroin waren es 2010 mit 31,5 Kilogramm nur leicht mehr als 2009 mit 29,6 Kilogramm. Kokain gingen den Zollfahndern 180,5 Kilogramm (2009: 280,2) ins Netz.

Auch der Schmuggel von Arzneimitteln nahm im Jahr 2010 mit 1861 gegenüber 2009 mit 1154 Fällen zu. Dabei handelt es sich um gefälschte oder in der Schweiz nicht zugelassene Medikamente. Auf der Hitliste zuoberst stehen Medikamente zur Förderung der Erektion, gefolgt von Schlankheitsmitteln und Muskelaufbaupräparaten.

Zollverwaltung speist Bundeskasse

Der Schweizer Zoll ist auch für die Sicherheitskontrollen beim Schwerverkehr an der Grenze zuständig. Im Jahr 2010 wurden rund 18'000 Sicherheitsmängel bei Lastwagen festgestellt - das sind rund 10'000 mehr als im Vorjahr. «Die Fahrzeuge waren entweder zu schwer, zu lang oder zu breit», heisst es im Communiqué.

Vielfach sei auch die Ladung zu wenig gesichert gewesen. In 127 Fällen sei bei den Chauffeuren Fahruntüchtigkeit nachgewiesen worden, etwa wegen Alkohol, Drogen oder Medikamenten.

2010 nahm die EZV rund 23 Milliarden Franken (2009: 21,3) für die Bundeskasse ein. Dies entspreche rund einem Drittel der Gesamteinnahmen des Bundes, schreibt die EZV.

SDA/mrs/bru

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