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Was die Schweizer Jugend bewegt

Beruf und Arbeit spielen für junge Erwachsene in der Schweiz eine wichtige – aber nicht die wichtigste Rolle.

Jugendliche feiern gerne mit Freunden: Nachtleben in Zürich.
Jugendliche feiern gerne mit Freunden: Nachtleben in Zürich.
Keystone

Gemäss der Schweizer Jugendbefragung CH-X geniesst der Beruf und die Arbeit nur dritte Priorität. Wichtiger sind den Befragten die Familie sowie Freunde. Auf einer Wichtigkeitsskala von 1 bis 5 erreichen Familie, Partner und Kinder bei den Männern eine 4 und bei den Frauen eine 4,3 - unabhängig davon, ob es sich bei den Befragten um Schweizer oder Ausländer handelte.

Die Bedeutung von Arbeit, Beruf und Ausbildung erreicht bei den Schweizer und Schweizerinnen einen Wert von 3,2, wie aus dem am Montag in Bern vorgestellten Studienbericht hervorgeht. Die ausländischen Befragten räumen diesem Themenkreis eine höhere Bedeutung ein. Bei Ausländern wurde ein Wert von 3,4 erreicht. Bei Ausländerinnen gar ein Wert von 3,6.

Abwechslungsreiche Arbeit gesucht

Dies könnte nach Ansicht der Studienautoren mit den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen zusammenhängen. Da Ausländer im Schnitt einen tieferen Bildungsabschluss erreichen und daher eingeschränkte Berufswahlchancen haben, ist für sie ein gelungener Einstig ins Berufsleben umso wichtiger.

Unabhängig von der Nationalität ist aber allen Befragten gemeinsam, dass sie die Kriterien «Abwechslungsreiche Arbeit» und «Kameradschaft» am höchsten einstufen.

Die Studie der Jugendbefragung ch-x bestätigte zahlreiche Erkenntnisse der jüngeren Sozialforschung in der Schweiz. So zeigte sich erneut, dass junge Erwachsene ausländischer Herkunft einen schwereren Stand auf dem Arbeitsmarkt haben.

Schwierigere Lehrstellensuche für Ausländer

Während Schweizer und Schweizerinnen in 10,9 respektive 11,9 Prozent der Fälle eine Ausbildung abgebrochen haben, sind es bei den Ausländern 19,7 Prozent - also jeder fünfte - und bei den Ausländerinnen 14,3 Prozent.

Jugendliche ohne Schweizer Pass erhalten auch viel mehr Absagen auf Bewerbungen. 20 bis 100 Bewerbungen gehören für viele von ihnen zum Alltag. Im selben Ausmass betroffen sind aber nur 20 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer.

Ganz allgemein malt die Studie ein differenziertes Bild für den Übergang von der obligatorischen Schule in eine Lehrstelle. Ein Drittel der Schweizer und Schweizerinnen kriegen einen Lehrplatz ohne oder mit nur einer Bewerbung. Bei den Ausländern ist es jeder fünfte, bei den Ausländerinnen knapp jede sechste.

Zu viele Unentschlossene

Als problematisch bezeichnete Studienmitverfasser François Stoll den Umstand, dass zwischen 5 bis 10 Prozent der Befragten mit 19 Jahren noch sehr unsicher über ihre Stellung in der Berufs- und Arbeitswelt sind.

Unter anderem haben sie sich laut dem emeritierten Professor der Universität Zürich zu wenig intensiv mit der Ausbildungs- und Berufswahl auseinandergesetzt. Zudem haben sie anders als die «Erfolgreichen» oft keine konkreten Berufserfahrungen gesammelt, etwa durch Nebenjobs.

Die Jugendbefragungen ch-x sind aus den Rekrutenprüfungen hervorgegangen. Heute werden bei den Befragungen alle jungen Schweizer anlässlich der Aushebung befragt. Seit dem Jahr 2000 werden zudem rund 2000 junge Frauen befragt.

Die Hauptstichprobe der vorliegenden Studie beträgt 47'000 junge Schweizer Männer, 1660 gleichaltrige Schweizer Frauen, 165 Ausländer und 130 Ausländerinnen. Das Zahlenmaterial stammt aus den Jahren 2004 und 2005.

SDA/bru

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