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«Westschweizer Zeitungen sind besser»

Medienministerin Doris Leuthard übte am Swiss Medien Forum in Luzern scharfe Kritik an den Deutschschweizer Zeitungen. Es fehle an Ideen. Aber auch der Bund müsse neue Wege suchen, um die Jungen zu erreichen.

Hält den Medienschaffenden den Spiegel vor: Bundesrätin Doris Leuthard am Swiss Medien Forum in Luzern. (9. Mai 2014)
Hält den Medienschaffenden den Spiegel vor: Bundesrätin Doris Leuthard am Swiss Medien Forum in Luzern. (9. Mai 2014)
Keystone

Anlässlich des Swiss Medien Forums in Luzern hat Bundesrätin Doris Leuthard den anwesenden Medienschaffenden den Spiegel vorgehalten. Der Branche fehle es an Ideen, sagte sie. Besonders hart ins Gericht ging sie mit den Deutschschweizer Zeitungen.

«Die Qualität der Zeitungen ist derzeit in der Westschweiz höher», sagte die Medienministerin im Interview in der «Nordwestschweiz» vom Samstag. Die welschen Blätter würden nicht nur oft ganz anders gewichten, sondern Themen häufiger vertiefen und böten «mehr umfassend eingebettete Hintergründe».

Grosse Vielfalt trotz Konzentration

Das würde sich Leuthard auch von den regionalen Zeitungen wünschen. Diese «ordnen oft nicht ein und kommentieren nicht», sagte die Bundesrätin. Auch wenn es im Zuge des Strukturwandels zu einer Konzentration gekommen sei, böte sich den Konsumenten hierzulande noch immer eine grosse Vielfalt.

Trotzdem brauche es von Seiten der Medienunternehmer mehr Ideen: «neue Geschäftsmodelle, neue Apps, neue Kanäle, um Informationen zu den Leuten zu bringen». Denn während die ältere Generation mit Tageszeitungen und der Radiosendung «Echo der Zeit» gut abgedeckt sei, informierten sich die Jungen ganz anders. «Da müssen die Medien reagieren.»

Abstimmungsfilme auf Youtube

Eine Expansion ins Ausland sei denkbar. Immerhin gelten die Schweizer Medien gemeinhin als ausgewogen und neutral.

Auch der Bund müsse sich fragen, wie er die Jungen mit vertieften Informationen erreichen kann. Diese Generation sei weder apolitisch noch desinteressiert, spreche aber auf amtliche Verlautbarungsinformation nicht an, sagte Leuthard. «Deshalb überlegen wir uns, ob wir YouTube-Filme zu den Abstimmungen machen sollen.»

SDA/chk

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