Zum Hauptinhalt springen

«Wieso müssen sich Nichtraucher vollrauchen lassen?»

Der Artikel über mögliche Raucherzonen auf Bahnperrons sorgte im wahrsten Sinne für rauchende Köpfe. Unsere Leser kommentierten das Thema fleissig. Wir haben die wichtigsten Kommentare zusammengefasst.

or
Noch schnell eine rauchen, bevor der Zug einfährt: Ein Raucher am Bahnhof Genf. (Archivbild)
Noch schnell eine rauchen, bevor der Zug einfährt: Ein Raucher am Bahnhof Genf. (Archivbild)
Keystone

Der Artikel «Separate Raucherbereiche auf Schweizer Bahnperrons?» sorgte für mehr als 200 Leserkommentare. Nicht wenige Leute sehen sich als Opfer: Die Raucher wegen Intoleranz, Diskriminierung und Regulierungswut und die Nichtraucher wegen der Rücksichtslosigkeit der Raucher. Es finden sich etwa gleich viele Pro- und Kontrastimmen in Sachen separate Raucherzonen.

Viele, die sich für Raucherzonen aussprechen, finden es unangenehm, beim Warten auf den Zug «ständig von Zigarettendunst eingehüllt zu werden». Rauchinseln wären ein Kompromiss, meint Frank Baumann. «Wieso müssen sich Nichtraucher beim Warten oder Aussteigen an einem Bahnhof vollrauchen lassen?», fragt Ismail Tütüncü. Das Stichwort «Freiheit» macht auch des Öfteren die Runde. Während die Raucher die ihrige verteidigen, meinen andere Personen: «Die eigene Freiheit hört dort auf, wo sie die Freiheit anderer einschränkt.» Luk Bota bezeichnet das Rauchen in der Öffentlichkeit als «ein Privileg, nicht ein Recht». Wenn er sich auf dem Perron andauernd umplatzieren müsse, um einem stinkenden Raucher aus dem Weg zu gehen, sei seine Freiheit eingeschränkt. «Her mit den Raucherzonen!»

«In Deutschland hat man einen Kompromiss gefunden»

René Hofstetter stellt klar: «Gestank heisst nicht automatisch ungesunde Luft, und ungesunde Luft heisst nicht automatisch Gestank. Aber Gestank stört immer, egal ob gesund oder ungesund.» Er sieht nicht ein, weshalb er woanders hinstehen solle, weil sich jemand neben ihm eine Zigi angezündet habe. Roman Meier ergänzt: «Es geht nicht um Krebs durch Rauch auf dem Perron. Sondern darum, dass Leute, die einfach nur von A nach B wollen, nicht ständig durch diesen ekelhaften Gestank belästigt werden wollen.»

Peter Gloor meint, die Deutschen seien den Schweizern auch in dieser Angelegenheit einmal mehr voraus. Martin Kreidel unterstreicht den Erfolg des deutschen Modells: Heute sehe es etwa am Frankfurter Hauptbahnhof punkto Sauberkeit ganz anders aus als vor 20 Jahren. Jochen Steffens äussert sich ebenfalls zu den Raucherzonen in Deutschland: «Dank diesen wird das Thema nicht mehr beackert. Raucher und Nichtraucher haben einen Kompromiss gefunden, und auch die Deutsche Bahn muss seither weniger putzen. Das nennt man eine Win-win-Situation.» Ein Leser mit dem Künstlernamen Gotthard Andermatt fügt hinzu: «Die Regelung gilt auch in Österreich. Hier sind Bahnhöfe generell Nichraucherzonen, ausgenommen die gekennzeichneten Bereiche rund um einen grossen Aschenbecher auf den Perrons.»

Mehr Aschenbecher auf den Perrons aufstellen

Leser Roman Meier streicht die Wirkung von Verboten hervor: «Meinen Sie etwa, unsere Luftqualität habe sich in den letzten Jahrzehnten durch Toleranz gegenüber der Autoindustrie und anderen Industrien verbessert? Nein, durch knallharte Regeln und Verbote! Mit Toleranz gegenüber Luftverschmutzern hätten wir noch die gleiche Dreckluft wie zu Beginn der Industrialisierung.»

Einige Raucher zeigen Verständnis für die Situation der Nichtraucher. Urs Meier meint: «Ein bisschen Augenmass würde nicht schaden. Es käme mir nicht in den Sinn, im grössten Gedränge auf dem Perron zu rauchen. Viele Raucher haben dieses Augenmass offensichtlich nicht.» Als Leser Paul Schmied noch Raucher war, versuchte er nach eigener Aussage immer, seine Zigaretten korrekt zu entsorgen. «Dies hatte oft ziemlich lange Wanderungen am HB Zürich zur Folge. Ein paar Aschenbecher hier und da würden das Problem vermutlich entschärfen, ohne die Raucher weiter zu diskriminieren.» Auch Leserin Katharina Lena würde mehr Aschenbecher begrüssen. Sie gibt zu: «Wenn ich nicht neben einem solchen stehen kann, mag ich mir nicht die Mühe machen, zu einem zu laufen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch