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«Wir brauchen keine Neuorientierung»

Nach den deutlichen Verlusten der SVP im Thurgau nimmt Präsident Toni Brunner Stellung: Die Gründe ortet er bei den Rahmenbedingungen und bei der Konkurrenz – und nicht bei seiner Partei.

Für Toni Brunner ist das Glas halb voll: Der SVP-Präsident zeigt sich trotz den jüngsten Verlusten optimistisch.
Für Toni Brunner ist das Glas halb voll: Der SVP-Präsident zeigt sich trotz den jüngsten Verlusten optimistisch.
Keystone

SVP-Präsident Toni Brunner erklärt die Verluste seiner Partei am Wochenende im Kanton Thurgau unter anderem mit der Änderung hin zu grösseren Wahlkreisen. Wenn aber wie im Thurgau fast jeder dritte Wähler SVP wähle, sei dies ein Klagen auf sehr hohem Niveau.

Bei den Wahlen in den Thurgauer Grossen Rat verlor die SVP zehn Sitze, bleibt aber mit 41 Sitzen stärkste Kraft. Hier hakte Toni Brunner in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» von heute ein: Die SVP sei im Kanton Thurgau immer noch mehr als doppelt so stark wie die zweitstärkste Partei, sagte er.

Im Übrigen sei der Rückgang nicht so überraschend gekommen. «Wir mussten nämlich mit Verlusten rechnen.» Denn zum ersten Mal wurde das Parlament in fünf Bezirken gewählt; vor vier Jahren hatte der Thurgau noch acht Wahlkreise.

GLP und BDP als Konkurrentinnen

Zudem seien auch im Thurgau GLP und BDP erstmals flächendeckend angetreten und hätten einen Teil des Kuchens für sich beansprucht. «Wer noch nichts hat, hat schnell gewonnen. Entscheidend ist doch, wer in der Parteienlandschaft überlebt und wer Spuren hinterlässt.»

Die SVP befinde sich gesamtschweizerisch in einer Phase der Konsolidierung. Und dies nach einem mehr als zwanzigjährigen Aufstieg von der viertstärksten zur grössten politischen Kraft im Lande.

SVP muss konsequent bleiben

Auf die Frage, wie er den Abwärtstrend stoppen wolle – die SVP verlor seit den eidgenössischen Wahlen im Herbst auch in St. Gallen, Schwyz und Uri –, sagte Brunner: «Verlässlichkeit schafft Vertrauen.»

Die SVP müsse dies weiterhin konsequent tun mit einer Ablehnung des EU-Beitritts, mit der Rückgewinnung der Handlungshoheit im Bereich der Zuwanderung sowie einer tiefen Steuer- und Abgabelast für alle Bürgerinnen und Bürger. «Dazu brauchen wir keine inhaltliche Neuorientierung.»

Potenzial in der Westschweiz

In den Kantonen Waadt und Freiburg konnte die SVP bei den Kantonswahlen zulegen. «Unser grösstes Potenzial liegt tatsächlich in der lateinischen Schweiz», sagte Brunner. «Dort haben wir noch grosse Entwicklungspotenziale, weil die Wähleranteile noch bescheidener sind als in der Deutschschweiz.»

SDA/rbi

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