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«Wir Deutschen lieben die Schweiz aus vielerlei Gründen»

Der deutsche Bundespräsident hat in Bern die Schweizer Regierung getroffen. Er lobte die guten Beziehungen der beiden Staaten – erwähnte aber auch die Probleme, die es zu lösen gibt.

Ein Geschenk für den Bundespräsidenten: Christian Wulff erhält von der ETH Lausanne einen Rucksack mit eingebauten Farbstoffsolarzellen.
Ein Geschenk für den Bundespräsidenten: Christian Wulff erhält von der ETH Lausanne einen Rucksack mit eingebauten Farbstoffsolarzellen.
Keystone
Farbzellen für die Gäste: Professor Michael Grätzel erklärt Bundespräsident Christian Wulff, dessen Frau Bettina, Bundesrätin Doris Leuthard und weiteren Gästen sein Projekt.
Farbzellen für die Gäste: Professor Michael Grätzel erklärt Bundespräsident Christian Wulff, dessen Frau Bettina, Bundesrätin Doris Leuthard und weiteren Gästen sein Projekt.
Keystone
Auch Bettina Wulff (im Hintergrund) machte die Reise in die Schweiz mit.
Auch Bettina Wulff (im Hintergrund) machte die Reise in die Schweiz mit.
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Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff spricht im Bundeshaus zum Gesamtbundesrat und weiteren Ehrengästen. Dabei betonte er, wie gut die Beziehungen der beiden Staaten seien. Nach den Querelen um deutsche Steuerflüchtlinge sieht Wulff die Beziehungen zur Schweiz wieder auf einem guten Weg: «Ich weiss, dass es in der Vergangenheit Anlass gegeben hat, an der Qualität unserer bilateralen Beziehungen gelegentlich zu zweifeln. Ich sehe aber mit Freude, dass es uns mit beiderseitigen Anstrengungen gelungen ist, bestehende Schwierigkeiten zu überwinden», so der deutsche Bundespräsident.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik waren durch den Streit um deutsche Steuerflüchtlinge belastet worden. Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte auch die Schweiz in einem Atemzug mit Ouagadougou, der Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso, genannt. Ausserdem verglich er die Eidgenossen mit «Indianern» und drohte augenzwinkernd mit der «Kavallerie». Dies hatte in der Schweiz Empörung ausgelöst.

Gespräche mit Wirtschaftsvertretern

Wulff versicherte den Eidgenossen bei seinem Staatsbesuch die Zuneigung der deutschen Bürger. «Wir Deutschen lieben die Schweiz aus vielerlei Gründen», sagte Wulff. Die herrliche Alpenlandschaft ziehe zahlreiche Urlauber an. «Hohe Lebensqualität, Sicherheit, aber auch die Kreativität und der Fleiss» der Schweizer erregten «weltweit Bewunderung».

Zuvor waren der deutsche Bundespräsident und seine Frau Bettina auf dem Bundesplatz in Anwesenheit des Gesamtbundesrats mit militärischen Ehren empfangen worden. Am Abend stehen Gespräche mit der Regierung und Wirtschaftsvertretern auf dem Programm.

Beziehungspflege

In Zürich waren Christian und Bettina Wulff von Bundespräsidentin Doris Leuthard, Bundeskanzlerin Corina Casanova und dem Zürcher Regierungsratspräsidenten Hans Hollenstein in Empfang genommen worden. In einem Sonderzug, wo ein Mittagessen serviert wurde, fuhren die Delegationen aus der Schweiz und Deutschland anschliessend zum Bahnhof Kehrsatz bei Bern.

Mit Wulff ist erstmals seit zehn Jahren wieder ein deutsches Staatsoberhaupt auf Staatsbesuch in der Schweiz. Der Besuch dient vor allem der Pflege der nachbarschaftlichen Beziehungen. Während in Deutschland die Bundeskanzlerin die Regierungsgeschäfte führt, stehen dem Bundespräsidenten vor allem repräsentative Aufgaben zu.

Für den im Juni gewählten CDU-Politiker Wulff ist es der erste Staatsbesuch in seiner noch kurzen Amtszeit. Er übernahm damit einen Termin, der bereits mit seinem Vorgänger Horst Köhler vereinbart worden war.

Letzter Gast war Medwedew

In der Schweiz werden ein- bis zweimal im Jahr Staatschefs zu Staatsbesuchen empfangen. Letztmals war dies im vergangenen September der russische Präsident Dmitri Medwedew.

SDA/oku/bru

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