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Wo die meisten Unfälle mit Zügen passieren

37 Menschen starben im Jahr 2012 im Schweizer ÖV durch Unfälle, deutlich mehr jedoch durch Suizide. Wo und wann es am gefährlichsten ist.

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In der Schweiz kam es innert zweier Tage zu zwei schweren Unfällen im Bahnverkehr. Am Sonntag wurden im Bahnhof Wankdorf zwei Schwestern aus der Region Bern von einem Intercity erfasst und getötet. Und am Tag darauf ereignete sich in der Stadt Bern ein weiterer tödlicher Unfall: Beim Bahnhof Bümpliz Süd wurden zwei Personen von einem Zug erfasst und tödlich verletzt. Der Mann und die Frau starben, als sie die Gleise überqueren wollten.

Eine solche Häufung tödlicher Unfälle ist die Ausnahme. Andreas Windlinger, Sprecher des Bundesamts für Verkehr, weist darauf hin, dass der Schweizer Bahnverkehr (BAV) insgesamt sehr sicher sei. Tatsächlich steht die Schweiz im internationalen Vergleich gut da. Und die meisten Tote gibt es in der Schweiz nicht wegen Unfällen, sondern durch Suizide.

Von den 37 tödlichen Unfällen im öffentlichen Verkehr im passierten viele aufgrund von «unbefugtem Verhalten». Diese Personen haben Gleise überquert, versucht, einen Tunnel zu durchqueren oder sind auf Züge geklettert und haben einen Stromschlag bekommen. Laut dem BAV passierten die meisten dieser Unfälle in der Nacht, und meist waren Jugendliche beteiligt. Für das aktuelle Jahr liegen noch keine Daten vor, das BAV wird diese Anfang 2014 veröffentlichen.

Das BAV sieht aufgrund der beiden tödlichen Personenunfälle im Raum Bern vorerst keinen Handlungsbedarf. Bei den Unfällen seien gemäss heutigem Wissensstand nicht fehlende Sicherheitsmassnahmen, technische Probleme oder Versagen des Bahnpersonals Ursache, sagte Amtssprecher Andreas Windlinger. In beiden Fällen stehe unvorsichtiges Verhalten der Opfer als Ursache im Vordergrund.

Falls Polizei und Staatsanwaltschaft bei ihren Untersuchungen zu einem anderen Schluss kommen und sich Fehler im Sicherheitsbereich ergeben sollten, so werde das BAV noch einmal über die Bücher gehen.

Sicheres Schiff

Auch wenn es in der Schweiz zu verhältnismässig wenig tödlichen Bahnunfällen kommt, ist der Zug das gefährlichste der öffentlichen Verkehrsmittel. Viel sicherer war es 2012 auf dem Schiff und in der Standseilbahn, wo niemand ums Leben kam.

Nachdem die Zahl der Toten im Bahnverkehr 2010 und 2011 auf unter 20 gefallen war, stieg sie 2012 wieder an. Beim Busverkehr schwankt die Zahl der Toten ebenfalls. Der Trend bei den Strassenbahnen zeigt dagegen nach unten.

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz gut da. Spitzenreiter ist Polen mit über 300 tödlichen Bahnunfällen im Jahr 2011. In jenem Jahr gab es in der Schweiz nur 11 tödliche Unfälle im Bahnverkehr, 2012 waren es dann mit 28 aber mehr als doppelt so viele.

(SDA)

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