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Zahl der Asylgesuche steigt stark an

Innert drei Monaten haben die Asylgesuche in der Schweiz um 45 Prozent zugenommen. Laut den Behörden hat das in erster Linie einen Grund.

Zwischen Juli und September sind in der Schweiz total 7825 Asylgesuche eingereicht worden - 2441 oder rund 45 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2014 oder 61 Prozent mehr als vor einem Jahr. Grund dafür ist die anhaltende Welle von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer in Italien eintrafen und danach nach Norden weiterwanderten.

In den ersten neun Monaten des laufendes Jahres trafen rund 140'000 Migrantinnen und Migranten auf dem Seeweg in Süditalien ein, wie das Bundesamt für Migration (BFM) am Montag mitteilte. Die Zahl wurde von den italienischen Behörden erhoben. Während des ganzen Jahres 2013 landeten rund 43'000 Personen in Süditalien an.

Die meisten dieser Menschen wählen den Weg über Libyen. Grund für die Zunahme sei der Kontrollverlust der libyschen Regierung über weite Teile des Landes, der es Schlepperorganisationen erlaubt, praktisch ungestört zu operieren, schreibt das BFM im Kommentar zur Asylstatistik.

Entsprechend deutlich ist der Anstieg der Asylgesuche in der Schweiz. Allein im September wurden 2399 neue Asylgesuche registriert. Das sind zwar 116 weniger als im August, dennoch deutlich mehr als im Vergleich zu den Monaten im zweiten Quartal. Total wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 18'103 Gesuche verzeichnet. Es ist absehbar, dass der Wert des Vorjahres deutlich übertroffen wird:

Laut dem BFM dürfte die Zahl der in der Schweiz gestellten Asylgesuche auch in den kommenden Monaten überdurchschnittlich bleiben. Die verschiedenen Krisen in Afrika, in der Ukraine und im Nahen Osten werde die Asylmigration in Richtung Europa im laufenden Jahr voraussichtlich auf über 500'000 Menschen ansteigen lassen. So viele Flüchtlinge wurden zuletzt während des Zerfalls Jugoslawiens festgestellt.

Doppelt so viele Gesuche aus Eritrea

Im dritten Quartal waren fast die Hälfte der Gesuche von Personen aus Eritrea (3531 Gesuche) und Syrien (816 Gesuche). Im Vergleich zum Vorquartal haben sich die Gesuche von Personen aus Eritrea verdoppelt. Bei den Gesuchen aus Syrien ist eine leichte Abnahme zu verzeichnen. 369 Gesuche gingen zudem von Flüchtlingen aus Sri Lanka ein - 155 mehr als im zweiten Quartal.

Gleichzeitig konnten 4 Prozent weniger Gesuche (19'830) in erster Instanz erledigt werden. Ende September 2014 waren 17'710 Asylgesuche in erster Instanz hängig, rund 11 Prozent mehr als nach dem zweiten Quartal. Im Schnitt des Jahres 2014 betrug die Anerkennungsquote 24,7 Prozent.

Auch die Zahl der Ausreisen oder Rückführungen ist im Vergleich zu den Monaten April bis Juni zurückgegangen - um rund 12 Prozent. 500 Gesuche wurden im Rahmen des Dublin-Verfahrens an den zuständigen Staat überstellt.

SDA/ldc

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