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«Wir sind mit 65 Jahren nicht schlagartig alt»

Bei der Sicherung der Renten gehe es gar nicht um eine blosse Anhebung des Rentenalters, sagt der Altersexperte Hans Groth. Der Schlüssel liege darin, die Menschen länger und vor allem flexibler arbeiten zu lassen.

Steffen Klatt
Sinnstiftende Arbeit über den 64. oder 65. Geburtstag hinaus: Aktive Seniorinnen und Senioren werden heute oft ergänzend im Schulunterricht eingesetzt.
Sinnstiftende Arbeit über den 64. oder 65. Geburtstag hinaus: Aktive Seniorinnen und Senioren werden heute oft ergänzend im Schulunterricht eingesetzt.
Keystone

Hans Groth, die Alterung der Gesellschaft setzt die Sozialsysteme unter Stress. Was ist das Kernproblem?

Hans Groth: Vielleicht sollte man gar nicht von demografischer Alterung sprechen, sondern von Langlebigkeit. Die Leute leben länger. Das biologische Alter hat nichts mit dem numerischen Alter zu tun. Wir sind mit 65 Jahren nicht schlagartig alt. Unsere Gesellschaft ist aufgebaut auf einem System, das lange richtig war – ab 60 oder 65 werden Menschen alt und müde. Darauf haben wir unsere Sozialsysteme aufgebaut. In der Nachkriegszeit hat sich das biologische vom numerischen Alter entfernt, im Schnitt jedes Jahr um drei Monate. Die Sozialsysteme haben diese Änderung nicht nachvollzogen.

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