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«Bergkönig Gstaad»Sepp Fuchs fuhr allen davon

Der 72-jährige Ex-Radprofi beherrschte das Rennen mit Vintage-Velos über 115 Kilometer.

Sepp Fuchs (rechts) zeigte auch mit 72 keine Schwächen, hier beim Sprint zum Begrüssungsapéro.
Sepp Fuchs (rechts) zeigte auch mit 72 keine Schwächen, hier beim Sprint zum Begrüssungsapéro.
Foto: PD

Der «Bergkönig Gstaad», das Schweizer Festival für Vintage-Velos, ging letztes Wochenende in die vierte Auflage. Corona-geschuldet war der Anlass etwas kleiner und das Event-Village für einmal nicht in der Fussgängerzone.

Trotzdem: Das Aufgebot an ehemaligen Radsportprofis sei beachtlich gewesen, teilen die Organisatoren mit. Und eindrücklich sei auch die Leidensfähigkeit vieler Teilnehmer gewesen, die in Wolltrikot und Lederschuhen auf ihren bis zu 100-jährigen Velos dem vorzeitigen Wintereinbruch trotzten.

72-jährig und noch immer topfit

Ende August treffen sich in Gstaad jeweils nicht nur die Liebhaber alter und sammelwürdiger Stahlvelos zum «Bergkönig», sondern es gibt immer auch ein imposantes Line-up grosser Radsportnamen wie etwa die mehrfachen Weltmeister Urs Freuler, Franco Marvulli oder Albert Zweifel.

Dieses Jahr glänzte ein Stern unter widrigsten Bedingungen besonders hell: Sepp Fuchs, 1981 Sieger des Radsportmonuments Lüttich-Bastogne-Lüttich und doppelter Gesamtzweiter der Tour de Suisse (1980 und 1981), fuhr bei starkem Dauerregen und zeitweisem Schneefall auf der Bergkönig-Strecke über 115 Kilometer und 2800 Höhenmeter allen anderen Teilnehmern davon. Seine mittlerweile 72 Jahre waren ihm dabei nicht anzumerken. Ein kurzes Video, wie er an einer 20-Prozent-Rampe zur Pierre de Moëllé auf 1700 m ü. M. den letzten Verfolger abschüttelt, sei bereits ein Social-Media-Hit, wird mitgeteilt.

Sepp Fuchs weckte Erinnerungen an seine grossen Triumphe.
Sepp Fuchs weckte Erinnerungen an seine grossen Triumphe.
Foto: PD

200 Teilnehmer, aber wenig Ausländer

Gut 200 Teilnehmer haben dieses Jahr die Reise nach Gstaad angetreten. Gefehlt haben viele Teilnehmer aus dem Ausland, die Corona-bedingt kurzfristig abgesagt hatten, insbesondere Fraktionen aus England und Skandinavien.

Programmhighlight waren das freitägliche Bergzeitfahren auf die auf über 1700 m ü. M. gelegene Alp Gumm sowie der Sprint aus der Fussgängerzone zum Begrüssungsaperitif im Luxushotel Park Gstaad am Samstag.

Die Wetterbedingungen am Sonntag waren dann wirklich nur für ganz Hartgesottene, viele zogen die Wellnesseinrichtungen der Hotels dem Velosattel vor oder brachen ihre Touren vorzeitig ab. Als Einziger schaffte der Ostschweizer Matthias Huber das schier Undenkbare und absolvierte den Über-Parcours «Le Fou!» mit 170 Kilometern und 5000 Höhenmetern.

pd/aka