Zum Hauptinhalt springen

Pflegerin auf Corona-StationSie lebt mit dem Sterben der anderen

Sie solle sich dringend beim Spital melden, bat sie ein Arzt nach dem Lockdown im Frühling. Seither arbeitet Nadja Habicht, Expertin für Intensivpflege, wieder in ihrem angestammten Beruf und begleitet Covid-Patienten in den Tod.

Maske, Schutzbrille, Haube, Handschuhe, Plastikmantel: In der  Schleuse zur Intensivstation  zieht Nadja Habicht, Expertin für Intensivpflege,  die Schutzausrüstung an. Fotos: Nicole Pont .
Maske, Schutzbrille, Haube, Handschuhe, Plastikmantel: In der Schleuse zur Intensivstation zieht Nadja Habicht, Expertin für Intensivpflege, die Schutzausrüstung an. Fotos: Nicole Pont .

Sie hat es immer wieder erlebt, dass der Tod auf der Intensivstation eingetreten ist und den Ärzten ein Patient entglitt. «Damit müssen wir umgehen können», sagt Nadja Habicht.

Letzte Woche aber, als eine Frau Anfang 60 am Beatmungsgerät im Sterben lag, ist etwas in ihr zerbrochen. Um ihr Bett standen ihre Kinder, trugen Schutzanzug, Handschuhe, Plastikhaube, Mundschutz und Brille. Als sie ihre Mutter drei Wochen zuvor das letzte Mal gesehen hatten, hatte sie zwar Mühe mit Atmen, war aber bei Kräften. Jetzt lag sie ermattet vor ihnen an den Schläuchen. Sie durften sie nicht einmal umarmen. Und Nadja Habicht stand daneben und konnte nichts für sie tun.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.