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Umbau in BurgdorfSo sieht das neue Bildungszentrum Emme aus

Die Berufsfachschule erscheint zwar in ähnlichem Gewand, wurde aber umfassend renoviert und saniert. Ein Blick hinter die Fassade.

Das BZ Emme wurde für 17 Millionen Franken saniert.
Das BZ Emme wurde für 17 Millionen Franken saniert.
Fotos: Marcel Bieri

Wer das Bildungszentrum Emme in Burgdorf bereits kennt, wird bei der ersten Betrachtung nicht überrascht. Alles scheint beim Alten: die gräuliche Fassade mit den grossen Fenstern in der Mitte. Doch der äussere Eindruck täuscht. Im letzten Jahr ist auf diesem Gelände fast kein Stein auf dem anderen geblieben. Für 17 Millionen Franken wurde das Bildungszentrum Emme (BZ Emme) saniert.

Auch die Aluminiumfassade ist nicht mehr aus dem letzten Jahrhundert, sondern wurde exakt gleich nachgebaut und ersetzt. Denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz. «Wir haben den Baustil aus den 70er-Jahren erhalten», erklärt Anna Suter vom Architekturbüro Suter und Partner AG. Neben ihr vor dem Eingang stehen Grossräte, Behördenvertreter und Interessierte. Suter nimmt diese Truppe auf einen Rundgang mit.

Thomas Wullimann, Direktor des BZ Emme.
Thomas Wullimann, Direktor des BZ Emme.

Viele der architektonischen Veränderungen sind nicht direkt sichtbar. Architektin Suter steht vor den grossen Fenstern im ersten Stock und zeigt hinter sich: «Wir haben beispielsweise alle Fenster ersetzt.» Auch die Beheizung wurde auf Fernwärme umgestellt und die Lüftung verbessert. Thomas Wullimann, Direktor des BZ Emme, erklärt: «Im Winter hatten wir zu kalt, im Sommer zu heiss.» Im Gebäude ist es an diesem Sommertag angenehmen kühl. Die Lüftung scheint schon zu funktionieren. Im Gang fallen die Türen aus dem verpönten Tropenholz Limba auf. Anna Suter sagt dazu: «Es wäre schade gewesen, diese einfach wegzuwerfen.» Die Devise laute, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Nur wenige der Türen mussten durch Eichenholz ersetzt werden.

Alle Fenster wurden ersetzt.
Alle Fenster wurden ersetzt.

Schülerinnen und Schüler schlendern vorbei und verschwinden in ihr Klassenzimmer. Die Gruppe von Interessierten spaziert in ein anderes Klassenzimmer. Darin angekommen, hört man nicht, wie der Lehrer im Nebenraum vermutlich gerade eine Formel erklärt. Vorher sei dies anders gewesen, sagt Thomas Wullimann. Die Zwischenwände wurden deswegen komplett neu gebaut. Die 28 Zimmer sind nun akustisch besser abgeschirmt und wurden technisch aufgerüstet. Einige Treppenstufen weiter unten erblicken die Besucher doch noch einen gänzlich neuen Raum: die Küche. Auszubildende mit weissen Schürzen hantieren mit Küchengeräten.

Die Küche für die Auszubildenden ist komplett neu.
Die Küche für die Auszubildenden ist komplett neu.

Vor wenigen Monaten mussten die Lernenden noch durch halb Burgdorf wandern, um in den Unterricht zu gehen. Während der Bauarbeiten fand der Unterricht in Provisorien statt. Weniger sichtbar als die Küche ist die neue Brandanlage, die in den letzten Tagen schon versehentlich getestet wurde. Bauarbeiter lösten zweimal einen Fehlalarm aus.

Erdbebensicherer Bau

Auch wenn die Erde beben würde, hielten die beiden Gebäude nun stand. Viel Geld wurde zudem in Anpassungen gesteckt, damit die Bauten von 1974 den Anforderungen des Minergie-ECO-Standards entsprechen. Beispielsweise deckt jetzt eine Fotovoltaikanlage einen Teil des Strombedarfs ab.

Das dritte Ausbildungsgebäude, in welchem die KV-Lehrlinge ein und aus gehen, blieb hingegen unangetastet. Nur die beiden Gebäude im Besitz des Kantons wurden saniert. Nach der Führung sagt Regierungsrat Christoph Neuhaus: «Ich bin erfreut über das Resultat.» Das Projekt reihe sich in die kantonale Energiestrategie ein.