Zum Hauptinhalt springen

Böse-Männer-Reflex

Die Abneigung gegen Erdogan und Trump verhindert einen realistischen Blick auf die Vorgänge an der türkisch-syrischen Grenze.

Als Donald Trump vor einer Woche den Abzug eines Restbestands von US-Truppen aus dem syrischen Grenzgebiet zur Türkei bekannt gab, dauerte es wenige Sekunden, bis sich die Kommentatoren ihre Meinung gebildet hatten: Verrat am Bündnispartner. Und noch bevor der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Flugzeuge und Granaten über die Grenze schickte, standen die Folgen bereits fest: Kriegsverbrechen gegen Kurden.

Die Präsidenten der USA und der Türkei sind unter Meinungsführern im Westen derart verhasst, dass von links bis rechts praktisch niemand an den Entscheidungen der beiden Machthaber ein gutes Haar lassen mochte. Schliesslich hatten Erdogan und Trump vorher sogar miteinander gesprochen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.