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Bundespräsident Berset plant brisante WM-Reise nach Russland

Alain Berset, Guy Parmelin und wohl auch Ueli Maurer besuchen die Fussball-WM. Berset trifft vielleicht sogar Präsident Putin.

Adrian Schmid, Denis von Burg
Reise nach Russland: Im Vorfeld der WM gab es bereits Boykottforderungen, vor allem von linken Politikern aus Bersets eigener Partei.
Reise nach Russland: Im Vorfeld der WM gab es bereits Boykottforderungen, vor allem von linken Politikern aus Bersets eigener Partei.
Peter Klaunzer, Keystone

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft bekommt an der Weltmeisterschaft in Russland definitiv Unterstützung vom Bundesrat. Heute in einer Woche sitzt Bundespräsident Alain Berset beim Spiel gegen Brasilien auf der Tribüne, Sportminister Guy Parmelin besucht die Partie gegen Serbien. Über eine WM-Reise der beiden Bundesräte wurde seit einiger Zeit spekuliert, nun haben ihre Departemente und die Bundeskanzlei die Reisen bestätigt. Zudem fliegt sehr wahrscheinlich auch Finanzminister Ueli Maurer nach Russland, um dem letzten Gruppenspiel der Schweiz gegen Costa Rica beizuwohnen. Ein Sprecher seines Departements sagt, Maurer habe «grosses Interesse». Sofern es keine terminlichen Probleme gebe, werde er dabei sein.

Zumindest Bersets Reise könnte politisch brisant werden. Denn er versucht, einen Termin beim russischen Präsidenten Wladimir Putin zu erhalten. Bestätigt sei noch nichts, heisst es bei den zuständigen Stellen der Bundesverwaltung. Doch es gebe Überlegungen, Putin während des Aufenthalts in Russland zu treffen.

Politiker fordern Berset auf, Russland zu kritisieren

Ein solches Treffen könnte für Berset heikel werden. Im Vorfeld der WM gab es bereits Boykottforderungen, vor allem von linken Politikern aus Bersets eigener Partei. «Ich finde es falsch, dass der Bundesrat sich für die Inszenierung von Herrn Putin einspannen lässt und ohne kritisches Wort an die WM fährt», sagt SP-Nationalrat Fabian Molina. Selbst Bürgerliche finden, dass der Bundespräsident, wenn er schon an die WM reise, Kritik an Russland üben müsse. Bersets Visite sei dann gerechtfertigt, «wenn er die Gelegenheit nutzt, mit Herrn Putin über die Menschenrechte, den Ostukraine-Konflikt und Syrien zu diskutieren», sagt BDP-Nationalrat Bernhard Guhl.

2014 sagte Berset eine Reise an die Eröffnungsfeier der Paralympics in Sotschi aus terminlichen Gründen ab. Zuvor hatten die Bundesräte Ueli Maurer und der damalige Bundespräsident Didier Burkhalter die Olympischen Spiele in Russland besucht. Insbesondere Burkhalters Teilnahme an der Eröffnungsfeier sorgte in der Schweiz für Kritik – auch im bürgerlichen Lager. Der damalige US-Präsident Barack Obama, der französische Präsident François Hollande oder der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck waren zu Hause geblieben.

Weniger umstritten ist unter Politikern der geplante Besuch der Fussball-WM von Sportminister Parmelin. «Für ihn ist es sozusagen ein Arbeitsbesuch», sagt Regula Rytz, Präsidentin der Grünen. Parmelin gebe damit kein politisches Statement ab.

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Bilder: Die WM-Stadien in Russland

Aussen alt, innen rundum erneuert: Das Luschniki-Stadion, Schauplatz von Eröffnungsspiel und Final.
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147'000 Personen nahmen an einer Internetabstimmung über die Wahl der Farben der Sitze teil.
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Durch diesen Tunnel muss kommen, wer am 15. Juli 2018 Weltmeister werden will.
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Kein WM-Stadion, aber trotzdem einen Ausflug wert: Graffiti vor der Arena von Lokomotive Moskau, dem aktuellen Leader der Liga.
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Ausser Betrieb: Städtisches Tram in Nischni Nowgorod.
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Heute eine Touristenattraktion, gebaut in der Zeit, als Nischni Nowgorod für Ausländer geschlossen war und Gorki hiess.
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Der Ausblick auf die hoch moderne «Kazan Arena».
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Der Blick auf den Arbeitsort des ehemaligen GC-Verteidigers Moritz Bauer.
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Im Gang der Arena verewigt: Die Nummer 23 von Rubin gehört Moritz Bauer.
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Direkt vom Bett ans Spiel. Unmöglich? Nicht in Kasan...
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Marco Keller
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