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Das Super-Jahrzehnt brachte vor allem Verzweiflung

Objektiv läuft das meiste besser, doch die Technologie richtet in unseren Köpfen Chaos an.

Illustration: Kornel Stadler
Illustration: Kornel Stadler

Zum Jahresende ist die Versuchung gross, die verwirrende Gegenwart positiv zu bilanzieren. Das gilt noch mehr beim Ausgang eines stürmischen Jahrzehnts, in dem immer mehr Menschen die Orientierung zu verlieren schienen.

Ein rationaler Optimist hat es einfach. Unter ebendiesem Titel pries der britische Autor Matt Ridley schon 2010 die segensreichen Fortschritte der Technik, Medizin und Landwirtschaft. Zehn Jahre später stellt Ridley auf breiter Front wiederum Verbesserungen fest: Weniger als zehn Prozent der Erdbevölkerung sind bitterarm, Hungersnöte gibt es praktisch keine mehr. Die Kindersterblichkeit nimmt ab; Malaria, Polio und Herzkrankheiten werden weltweit rarer. Weil China und Indien schneller wachsen als ältere Industriestaaten, geht sogar die globale Ungleichheit zurück.

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