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Die Corona-Nothilfe darf kein Abzockerprogramm werden

Der Bund hilft der Wirtschaft mit viel Geld. Aber auch die Wirtschaft muss ihren Beitrag leisten, damit die Corona-Krise überwunden werden kann.

An ihm können sich andere Unternehmen ein Beispiel nehmen: Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident der Roche hat erkannt, dass sein Unternehmen einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten muss. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)
An ihm können sich andere Unternehmen ein Beispiel nehmen: Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident der Roche hat erkannt, dass sein Unternehmen einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten muss. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Noch immer gibt es viele, die glauben, es gehe bei der Corona-Krise nur um den Hype um eine Grippe. Wer das auch heute noch glaubt, dem sei das Interview mit Thierry Fumeaux empfohlen. Was er, selber Intensivarzt und Corona-Infizierter, sagt, muss den letzten Zweifler zur Einsicht bringen. In der Schweiz muss jetzt alles getan werden, damit wir nicht italienische Zustände bekommen. Selbst wenn das sehr viel kostet. Irgendwelche Durch­seuchungstheorien sind völlig fehl am Platz.

Definitiv keine einfache Grippe ist die Corona-Krise für die Wirtschaft. Und zwar nicht nur abstrakt, sondern für sehr viele direkt spürbar. So viele Gesuche für Kurzarbeit aus allen Branchen gab es noch nie. Betroffen sind alle, ob Industriebetriebe, Coiffeure, Physiotherapeuten oder Zeitungen. Wobei Angestellte von grossen Betrieben wenigstens versichert sind und weiterhin einen Grossteil des Lohnes erhalten. Bei Selbstständigerwerbenden sowie Inhaberinnen und Inhabern von Kleinbetrieben galt das bisher nicht. Dank dem Hilfspaket des Bundes ist das nun glücklicherweise anders; de facto sind bei allen die Löhne zum grössten Teil gesichert.

Was jetzt auf keinen Fall passieren darf, ist, dass das Corona-Hilfsprogramm zum Corona-Abzockerprogramm wird. Dafür braucht es minimale Kontrollen bei der Kreditvergabe, damit nicht aus einer inaktiven AG ein hilfsbedürftiges KMU wird, das bei der Bank eine halbe Million abholen kann. Es darf auch nicht sein, dass die Banken für die staatlich garantierten Notkredite Zinsen verlangen können. Auch die Pharmaindustrie, grosser Profiteur der Krise, muss wohl einen Solidaritätsbeitrag leisten. Und sei es nur, dass sie akzeptieren muss, dass sich mit den Tests, Medikamenten und Impfstoffen nicht unendlich Geld verdienen lässt. Roche-Präsident Christoph Franz, er war ja mal Chef der staatlich geretteten Swiss, hat das begriffen und bereits im Januar die ersten Tests gratis abgegeben. Trotzdem, die Schweiz wird nach der Krise nicht mehr dieselbe sein. Die Staatsverschuldung wird gewaltig ansteigen – die Rechnung werden wir über die nächsten Jahre begleichen müssen. Auch ein Teil der Globalisierung, die uns in den letzten Jahren Wohlstand und immer billigere Güter im Überfluss gebracht hat, wird rückgängig gemacht werden. Schutzmasken, Medikamente und Impfstoffe müssen wir wieder selber in grossen Mengen herstellen können. Das Geld, um die schlimmsten Auswirkungen der Krise zu überbrücken, reicht zwar noch lange. Aber noch länger wird es gehen, bis wir wieder auf denselben Wohlstand kommen wie vor der Pandemie.

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