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Doppelter Preis bei gleichwertigen Leistungen

Firmen, die regelmässig ihre Pensionskassenbeiträge überprüfen, können oft bei den Lohnnebenkosten sparen.

Illustration: Corinna Staffe
Illustration: Corinna Staffe

Die Kostenunterschiede bei den Pensionskassen sind auffallend. Für die gleichen Leistungen verlangt die teuerste Kasse mehr als doppelt so viel wie die günstigste. Dies zeigt der umfassende Pensionskassenvergleich des Beratungsunternehmens Weibel Hess & Partner AG. Bereits zum 14. Mal in Folge wurde bei den Pensionskassen-Sammelstiftungen im Auftrag der SonntagsZeitung ein Mystery Shopping durchgeführt.

In diesem Jahr wurde für den Praxistest ein Versicherungsbroker aus Basel beauftragt, für einen Testkunden Angebote bei den Pensionskassen einzufordern. Der potenzielle Kunde, ein Marketingunternehmen mit 17 jungen Mitarbeitenden, weckte bei den angefragten Anbietern grosses Interesse. Die Firmenbranche zeigte sich als gewünschtes Risiko mit wenig Invaliditätsfällen. Offerten mit bestmöglichen Konditionen wurden von den Anbietern denn auch rasch eingereicht.

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Die Prämien der Pensionskassen teilen sich auf in Sparbeiträge zur Bildung der Altersvorsorge, Risikoprämien für die versicherten Invaliditäts- und Todesfallleistungen sowie Verwaltungskosten für die Administration und den Vertrieb. Bei der Angebotsanfrage wurden die Sparbeiträge klar definiert. Demzufolge fallen die Kosten bei allen Versicherten gleich hoch aus. Anders ist es bei den Risikoprämien. Hier bestimmt der Anbieter, wie hoch die Kosten für die versicherten Risikoleistungen ausfallen sollen. Die grössten Preisunterschiede liegen in diesem Bereich. Der Markt spielt, gewünschten Neukunden werden oftmals preisgünstige Angebote präsentiert.

Das Angebot mit den tiefsten Risiko- und Verwaltungskosten hat die Swisscanto Sammelstiftung mit 23 033 Franken eingereicht. Nicht überraschend, gemäss eigenen Angaben hatte Swisscanto per 1. Januar 2019 einen grossen Neukundenzuwachs zu verzeichnen. Die kämpferische Preispolitik war einer der Hauptgründe, womit die Neukunden überzeugt werden konnten. Auch die Offerten von Patrimonia und Copré lassen sich gut zeigen. Die beiden welschen Stiftungen versuchen, mit verführerischen Angeboten in der Deutschschweiz Fuss zu fassen. Das Angebot mit den höchsten Risiko- und Verwaltungskosten hat Gepabu mit 58 116 Franken unterbreitet. Sie verlangt für die gleichen Leistungen mehr als doppelt so viel wie Swisscanto.

Prämiendifferenzen sind keine Seltenheit

Bei den Sammelstiftungen mit Vollversicherung hat Helvetia mit 38 897 Franken die Nase vorn. Vollversicherungen gewähren ihren Versicherten eine Kapitalgarantie. Die Vorsorgegelder der Versicherten sind auch in schlechten Börsenjahren zu hundert Prozent gedeckt und geraten nie in eine Unterdeckung. Die Kehrseite der Medaille sind die tendenziell höheren Kosten, die eine Marge für die Kapitalgeber beinhalten.

Prämiendifferenzen wie im vorliegenden Vergleich sind keine Seltenheit. Die Angebote der Pensionskassen fallen je nach Branche, Mitarbeiterstruktur und Versicherungsleistungen unterschiedlich aus. Will ein KMU wissen, welche Kasse die günstigsten Prämien anbietet, ist eine breite Offertanfrage unerlässlich. Der Preiskampf hält weiterhin an. Treue, langjährige Kunden haben aber oft das Nachsehen. Ohne Eigeninitiative werden leider allzu oft die Pensionskassen nicht von selbst tätig. Abgeschlossene Verträge werden stillschweigend über Jahre mit gleichen Tarifen geführt. Wollen KMU nicht zu den Verlierern gehören, sollten sie ihre Pensionskasse regelmässig prüfen und die Konditionen neu aushandeln.

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