Zum Hauptinhalt springen

In Genf gehen Adler auf Drohnenjagd

Als erste Stadt der Schweiz setzt Genf bei der Drohnenabwehr auf Raubvögel. Zunächst müssen die Jungtiere aber trainiert werden.

Als erstes Korps der Schweiz setzt die Genfer Polizei auf eine lebende Drohnenabwehr: «Wir haben vor einigen Monaten zwei Adlereier gekauft», sagt Sicherheits­direktor Pierre Maudet. Die beiden Raubvögel sind inzwischen geschlüpft und haben das Training aufgenommen.

«Wir müssen den Jungtieren von Anfang an die Drohnen als Beute präsentieren, damit sie sie später vom Himmel holen.» Läuft es nach Maudets Vorstellungen, sollen die Adler noch dieses Jahr Jagd auf Drohnen machen, die in verbotene Zonen einfliegen oder ohne Bewilligung unterwegs sind. Wie erfolgreich die beiden Raubvögel dabei sein werden, hängt aber nicht nur von ihrem Training ab. «Es kommt auch auf ihr Verhalten im Kampf an», sagt Maudet. Und das sei wiederum eine Frage des Charakters des einzelnen Tieres. «Es wird sich erst in einigen Monaten zeigen, ob wir diese beiden Adler auch einsetzen können.» Nicht zuletzt müsse die Polizei auch Schutzmassnahmen treffen, damit sich ihre tierischen Helfer im Dienst nicht verletzten.

Genf will federführend werden

Die Genfer haben bei ihren Nachbarn abgeschaut, denn in Frankreich trainiert die Luftwaffe bereits Raubvögel zur Drohnenabwehr. Auch die niederländische Polizei nahm vor einigen Jahren Raubvögel in ihren Dienst, um sich gegen die Kopter zu wappnen. Allerdings scheiterte das Projekt, wie erst kürzlich bekannt wurde. Die angeschafften Raubvögel seien zu unberechenbar gewesen und hätten nicht immer gehorcht.

Die beiden Adler sind nur ein Teil der Drohnenstrategie, die der Genfer Regierungsrat erarbeitet hat. Damit soll die Stadt künftig in Sachen unbemannte Fluggeräte federführend werden – und zwar weltweit. Ein «Drohnen-Cluster» soll wachsen, in dem auch Forschung und Industrie Platz haben. Das jüngste Beispiel: «Gemeinsam mit der Flugsicherung Skyguide testen wir die Integration von Drohnen in den Luftverkehr», sagt Maudet. Mit einem digitalen System sollen die jüngsten Teilnehmer am Luftverkehr für Flugzeuge sichtbar gemacht werden, was Kollisionen verhindern soll.

Räuber und Poli am Himmel

Zehn Kantonspolizeien setzen bereits Drohnen zur Aufklärung, Überwachung und Verfolgung ein, weitere werden folgen – aber auch die Ganoven haben das Fluggerät für sich entdeckt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch