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«Blocher ist stur, aber ehrlich»

Die Reaktionen der Leser.

«Er sieht nicht, dass die Schweiz nur bestehen kann, wenn es mit seinen Nachbarn solidarisch ist», so die Meinung eines Lesers nach dem Interview mit Christoph Blocher. Bild: Keystone
«Er sieht nicht, dass die Schweiz nur bestehen kann, wenn es mit seinen Nachbarn solidarisch ist», so die Meinung eines Lesers nach dem Interview mit Christoph Blocher. Bild: Keystone

«Ich habe viel zu wenig Nein gesagt»

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Ich bin gewiss kein SVP-Fan, doch muss man Blocher attestieren, dass er, anders als viele Parlamentarier, immer seine Meinung sagt und diese vertritt, auch wenn sie ihm schadet. Blocher ist stur, aber ehrlich. Lügner, Mitläufer und Jasager haben wir in der Politik ja mehr als genug.Hanspeter Schmutz, Basel

Nun wird einiges klarer: Blocher wird also dereinst nicht neben Gott sitzen. Nein, Gott darf, wenn er an Blocher glaubt, neben ihm sitzen. Ob links oder rechts hat Blocher noch nicht definiert.Manfred Baumann, Eiken AG

Die Kunst des Lügens hört wohl dort auf, wo man sich selbst belügt. Herr Blocher stolpert ausgerechnet über das, was er vor den bösen Unbekannten, die unsere Demokratie angeblich zerstören wollen, retten möchte. Gerade unsere heldenhaft vom Volk verteidigte direkte Demokratie verhindert doch, dass machthungrige Einzelpersonen in unserem Lande die alleinige politische Macht ergreifen können. Ehrlich, Herr Blocher, sind Sie daran gescheitert? Und dann noch dies: Religiöse Bekenntnisse abzugeben, ist eine Sache. Danach zu denken und zu handeln, eine andere.Walter Neuenschwander, Ostermundigen BE

Der Mann, der das sagt, ist einer, der rudert. Er verwendet seine ganze Energie fürs Rudern. Unermüdlich sperrt er sich gegen die Strömung, den Blick rückwärtsgewandt, die Geschichte strömt an ihm vorbei, aber er gibt nicht auf. Gefangen in der Legende des Kampfes der Eidgenossen gegen fremde Vögte und fremde Richter rudert er unermüdlich, im Schlepptau ein ganzes kleines Land. Er scheint sich nicht bewusst zu sein, dass er im Begriff ist, sein Land ebenso beharrlich ins Abseits zu führen. Er sieht nicht, dass dieses Land nur bestehen kann, wenn es mit seinen Nachbarn solidarisch ist, aber deswegen keineswegs seine Selbstständigkeit verlieren und sein demokratisches System aufgeben muss. Sollte der Mann mit seinem Rudern an sein Ziel kommen, werden wir in nächster Zukunft als unbedeutend in die Ecke gedrängt und wehrlos erpresst werden. Geehrter Ruderer: Drehe dein Boot und sieh nach vorn.Hans Peter Weber, Fahrwangen AG

Auch wenn Christoph Blocher in seinem Leben neben viel Gutem auch etliche «Chalbereien» bewirkt hat, wird er als einer der wichtigsten Persönlichkeiten der Schweizer Politik und Wirtschaft in die Geschichte eingehen.Fred Guggisberg, Claro TI

Christoph Blocher scheint in diesem Artikel ein gutmütiger, gerechter, grosszügiger und dem Gemeinwohl der Schweiz ungemein zugetaner Politiker und Übervater zu sein. Von den Milliarden, die er als einfacher Pastorensohn mit der Emser Chemie gemacht hat, redet kein Mensch. Eine Luxus-Villa mit Aussicht auf den Zürichsee, keine unangenehmen Nachbarn: Wer von seinen treuen Wählern kann sich an einem solchen Luxus erfreuen? Eine Handvoll Auserwählter. Von unserer direkten Demokratie und unseren Politikern bin ich schon längst nicht mehr überzeugt, aber ich bin überzeugt davon, dass die Schweiz ohne die restliche Welt den Zug verpasst. Und dass wir im Jahre 1992 bei der EWR-Abstimmung eine falsche Entscheidung getroffen haben.Susanna Geser, Biel BE

Exit sucht neue Sterbehelfer

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Man darf sehr wohl geteilter Meinung sein, ob Sterbehilfe überhaupt vertretbar ist oder nicht. Ich jedenfalls verstehe jene Schwerkranken, Leidenden, unheilbar Kranken sowie deren Angehörige, die sich aufgrund ihrer Lebenslage für diesen Ausweg entscheiden. Aus der Sichtweise der Bischofskonferenz betreibt Exit Business. Für einmal vergleiche ich Äpfel mit Birnen und frage mich: Ist der Freitod die grössere Sünde als manches Fehlverhalten der Kirchen?Armin Arnold, Köniz BE

Erstens ist Sterbebegleitung nicht mit einem Suizid gleichzustellen. Und zweitens banalisieren die freiwilligen, ausgebildeten, empathischen Menschen in keiner Weise den Tod. Ausgerechnet die Kirche respektive deren Bischöfe, wollen uns sagen, wie wir uns bei Hoffnungslosigkeit im Leiden entscheiden möchten. Die Kirchen und viele ihrer Vertreter haben an Glaubwürdigkeit verloren nach all dem, was in letzter Zeit an den Tag gekommen ist. Exit ist eine Institution für alle jene Menschen, die keine Kraft mehr zum Leben haben. Niemand, dem es gut geht, scheidet freiwillig aus dem Leben.Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Grosse Koalition ausser Rand und Band

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Die Wahlverlierer-Koalition aus CDU, CSU und SPD gibt nicht erst seit der Affäre Maassen ein trauriges Bild ab. Statt Visionen und Zukunftsgestaltung geht es nur noch um persönliche Eitelkeiten. Viel mehr als der gemeinsame Nenner des Machterhalts zeichnet diese Koalition nicht aus. Eines ist sicher: Die nächste Regierungskrise kommt bestimmt. Ein Ende mit Schrecken wäre gegenüber einem Schrecken ohne Ende mittlerweile zu bevorzugen.Pascal Merz, Sursee LU

Trostpreis in der Königsklasse

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Ich als langjähriger Fussballer und immer noch aktiver Juniorentrainer werde mir mit Sicherheit nie Pay-TV leisten. Alternative: Geht wieder auf den Fussballplatz eures Dorfclubs und schaut euch ein erfrischendes 9:6 der Junioren an, anstatt ein müdes taktisches 0:0 der Könige.Axel Dittner, Steinen SZ

Wer Polizisten schlägt, muss nicht ins Gefängnis

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Die 6800 Schweizer Gefängnisplätze sind zu über 90 Prozent belegt. Zieht man temporär unbewohnbare Zellen ab, kommen wir auf eine Belegung von fast 100 Prozent – und das bei der heutigen «Kuscheljustiz». Wenn Richter das Strafmass nur schon um 20 Prozent stärker ausreizten, bräuchte es um die 1000 Plätze mehr, was weder angedacht noch geplant ist. Das sind schlechte Nachrichten für Polizisten und Bürgerinnen: Für die nächsten 10 bis 15 Jahre bleibt die erste schwere Körperverletzung und die erste Vergewaltigung immer noch straffrei im traditionellen Sinne. «Härte» können wir uns aus logistischen Gründen gar nicht leisten. Wir planen für die 10-Millionen-Schweiz – nur bei den Gefängnissen sind wir bei 6 Millionen Einwohnern stecken geblieben.Hugo Reichmuth, Basel

Es ist sicher stossend, wenn die Justiz ganz unterschiedlich urteilt. Die einen werden hart bestraft, die anderen kommen mit einem milden Urteil davon. Grundsätzlich muss aber gesagt werden: Milde und auch harte Gefängnistrafen sind vergleichbar mit der Austreibung des bösen Geistes, des Teufels. Menschen in Gefängnisse einzusperren, ist vergleichbar mit dem primitiven islamischen Recht der Scharia. Gefängnisstrafen sind mit Folter zu vergleichen. Die Wiener Psychologen Sigmund Freud und Alfred Adler und der Zürcher Psychologe Carl Gustav Jung und viele andere Forscher haben das alte Menschenbild auf den Kopf gestellt. Sie waren sich einig, dass das Verhalten, auch ein kriminelles Verhalten, Gründe hat, in der Erziehung, im sozialen Umfeld, nicht nur im luftleeren Raum des freien Willens des Delinquenten. Menschen für ihr Fehlverhalten hinter Gitter zu setzen, hilft niemanden. In Gefängnissen ist die Selbstmordrate vier- bis zehnmal höher als in Freiheit. Nebenwirkungen von Haft sind oft depressive Verstimmungen und Haftpsychosen mit Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Bedrohungs- und Verfolgungsgefühle, schwere Ängste, Verwirrtheit und auch Suizidgedanken. Gefängnisaufenthalte sollen nach neuen Vorschlägen auch noch verlängert werden, was grauenhaft ist.Heinrich Frei, Zürich

Wie wird man in der Schweiz Richter? Man muss Mitglied einer Partei sein oder ihr mindestens nahestehen, damit sie einen bei einer Richterwahl portiert. Ich nenne ein derartiges Verfahren korrupt. Und ebenfalls korrupt nenne ich Leute, die auf solche Art und Weise in ein Amt kommen. Richter in der Schweiz sind oft nicht nur Richter, sondern tragen auch noch andere Hüte, sind hin und wieder in politischen Gremien, betätigen sich als Journalisten usw. Das alles ist das Gegenteil dessen, was ich mir unter einer unabhängigen Justiz vorstelle.Ernst Lebsanft, Gunten BE

«Wir mussten unbedingt vermeiden, dass Panik ausbricht»

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Ein hervorragendes Interview mit einem wichtigen Politzeitzeugen der UBS-Rettung. Einige unfähige und geldgierige Banker haben in der Schweiz sozial- und gesellschaftspolitische Reparaturfelder hinterlassen, dem Finanzplatz grösste Imageschäden zugefügt und die Regulierungswut sowie die Aufhebung des schweizerischen Bankgeheimnisses verursacht. Die Halbwertszeit des Vergessens wird immer kürzer. Dieses Interview hält dagegen. N’oubliez jamais!Roger E. Schärer, Trin Mulin GR

Ausgerechnet Alt-Bundesrat Pascal Couchepin, ohne eine einzige Minute beruflicher Erfahrung im Finanzwesen, masst sich an, beurteilen zu können, dass die UBS ohne Eingreifen des Bundes nicht überlebt hätte, obwohl ihm der damalige UBS-Chef Peter Kurer klar widersprochen hat. Auch der spätere CEO Oswald Grübel hat kürzlich klar festgehalten, dass die UBS zu keinem Zeitpunkt die minimalen Kapitalanforderungen je unterschritten hat, und die Hilfe des Bundes gar nicht nötig war. Claudio Bachmann, Basel

Was mich immer wieder erstaunt, ist die enorme Arroganz der Banker, die keinerlei Schuldbewusstsein zeigen, auch wenn sie wissen, dass die UBS 2008 ohne die Hilfe des Bundes gegroundet wäre. Was ich im Interview mit Herrn Couchepin vermisse, ist die Erwähnung der grossartigen Leistung von Eveline Widmer-Schlumpf. Mit ihrer Fachkompetenz und der besonnenen Art, die Krise anzugehen, hat sie viel für unser Land und für die UBS getan.Marianne Gerber, Zürich

Invasion der Biedermänner

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Der Artikel bringt mich zum Schmunzeln, wie dies oft bei ihrer männerkritischen Meinung der Fall ist. Ebenso interessant wäre wohl einmal eine ebenso gute journalistische Arbeit über Frauen wie vielleicht Bettina Weber selbst. Genügend Stoff über frauliches Gehabe wäre sicherlich vorhanden.Ernst Lieberherr, Zug

«Sorry, Musk ist ein lausiger Unternehmer»

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Warum wird in fast jedem Artikel über Alternativen zu Benzin/Diesel stets nur von Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffmotoren geschrieben? Der Antrieb mit Gas wird oft nicht einmal erwähnt. Dabei hat diese Methode viele Vorteile. Olivier Ronner, Wittenbach SG

Zmittag beim Food-Waste-Helden

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Mirko Buri setzt mit seinem Restaurant/Catering «Mein Küchenchef» in Köniz BE als junger Koch auf ein neues Konzept, das Food-Waste verhindern will und auch Nicht-Supermarkt-taugliche Lebensmittel aus der Region regelmässig verwertet. Er macht damit einen mutigen Schritt in eine Richtung, die bisher in der kommerziellen Gastronomie vernachlässigt wurde. Die Wegwerfkultur in den reichen Ländern ist ein grosses Problem für die Umwelt und die Menschen, die mit wenig zum Leben auskommen müssen – sei dies bei uns oder auch weltweit. Es ist beim besten Willen nicht einzusehen, weshalb Mirko Buris Ansatz vom Gastrokritiker als «etwas gar schulmeisterlich» dargestellt wird. Klar: «Man isst ja nicht jeden Tag im Gourmettempel…». Genau deshalb empfinde ich das Fazit von Daniel Böniger «Und so braucht man Buris Lektion wohl auch nicht unbedingt täglich.» als zynisch und arrogant – und zudem angesichts der weltweiten Nahrungsmittelverschwendung und des Hungers vieler Menschen auch als unsensibel und weltfremd.Yvonne Kremser Brüllhardt, Niederscherli BE

Dr. med. Online

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Die Aussage von Frau Doktor Schmidt, Vitamin D monatlich einzunehmen, wird von diversen Fachleuten nicht geteilt, da solche grosse, nicht durch natürliche Quellen (Sonne), eingenommene Mengen Vitamin D den Körper schaden können. Deshalb empfehlen immer mehr Ärzte, täglich oder wöchentlich Vitamin D zu substituieren.Ueli Bliggenstorfer, Zumikon ZH

Aus einer anderen Zeit

SonntagsZeitung vom 23. September 2018

Herr Alexander Sury erwähnt unter anderem, dass die Siebenbürger Sachsen im 13. Jahrhundert nach Siebenbürgen einwanderten und sie waren vom ungarischen König «Gèza» gerufen. Nachweislich gab es im 13. Jahrhundert keinen ungarischen König mit Namen «Gèza». Der erste «Gèza» regierte von 1074-1077 und der zweite «Gèza» von 1141-1162. Es steht geschrieben, dass schon der erste «Gèza» die Sachsen eingerufen hat, aber auch später kommen noch Sachsen in mehreren Wellen nach Siebenbürgen. Da waren die Rumänen noch nirgends. Das erste Mal werden sie Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Sie wanderten aus dem Gebiet des heutigen Mazedonien in die Walachei. Siebenbürgen haben die Rumänen für die Seitenwechsel (da sind sie Weltmeister) während des ersten Weltkrieges erhalten. Siehe Friedensdiktat von Trianon. Vince Gösi, Liebefeld BE

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