«Da würde ein Ross mal kräftig ausschlagen»

Die Reaktionen der Leser.

«Die Behauptung, dass die Haltung eines Pferdes umweltschädlicher sei als die Nutzung eines grossen Autos, ist ­unhaltbar», so lautet die Meinung eines Lesers. Bild: Getty Images

«Die Behauptung, dass die Haltung eines Pferdes umweltschädlicher sei als die Nutzung eines grossen Autos, ist ­unhaltbar», so lautet die Meinung eines Lesers. Bild: Getty Images

Aufs falsche Pferd gesetzt
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Dass der Gebrauch eines grossen Autos ökologischer sein soll als die Haltung eines Pferdes, ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Haltung eines Pferdes kann mehr oder weniger umweltbelastend sein. Das Futter ist im Prinzip CO2-neutral. Nur für die Verarbeitung und die Anlieferung wird CO2 neu in die Umwelt gebracht. Ein Pferd auf einer Weide frisst das nachwachsende Gras. Nach der Vegetationsperiode würden die oberirdischen Teile des Grases auch zersetzt und so das enthaltene CO2 freigesetzt. Wenn nun noch das Winterfutter lokal produziert wird, ist die Umweltbelastung wesentlich geringer als dargestellt. Und ist die Anzahl Tiere nicht zu gross, ist auch das Problem der Fäkalien unbedeutend, denn diese können als organischer Dünger für die Futterproduktion verwendet werden. Also ist die Behauptung, dass die Haltung eines Pferdes umweltschädlicher sei als die Nutzung eines grossen Autos, unhaltbar.
Dieter Lüscher, Bremgarten AG

Ich frage mich, wer diese Untersuchung initiiert hat. Die Resultate sind so haarsträubend, dass ich zuerst an einen Aprilscherz dachte. Ein einzelner Mittelklassewagen soll die Umwelt weniger belasten als ein Pferd. Da würde ein Ross mal kräftig ausschlagen, ich kann nur den Kopf schütteln.
Robert Brun, Bonstetten ZH

Unsterile Geräte machen Patienten krank
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Zugegebenermassen schleichen sich überall, wo gearbeitet wird, gewisse Fehler ein. Unbegreiflich für mich ist aber, dass sich Ärzte und Spitäler und deren Verantwortliche bei grob fahrlässigen Fehlern aus dem Staub machen, oft ohne wenigstens dafür um Entschuldigung zu bitten.
Armin Arnold, Köniz BE

Diese bald endlosen Skandale über unser Gesundheitswesen, welches immer wieder als das weltbeste besungen wird, lässt mir den Atem stocken. Denn wir sind den ganzen Geschehnissen sozusagen hilflos ausgeliefert. Wo erhält der geschädigte Patient oder die zu Schaden gekommene Patientin Unterstützung und Recht? Das System ist so aufgebaut, dass Krankenhäuser, Ärzte, Pharma und Politik alle miteinander verfilzt sind, jeder deckt jeden. Es darf und kann nicht mehr so weitergewurstelt werden.
Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

70 Prozent befürworten Ökosteuer
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Wie müsste eine solche Abgabe eigentlich aussehen? Man könnte die Ökosteuer auf Flugtickets «verkaufen» wie ein Produkt und so eine Nachfrage generieren. Die Ökoabgabe erhält die Fluggesellschaft als Belohnung (und Anreiz) für ihr Investment in «sauberere» Flieger, und sie zahlt darauf einen kleinen prozentualen Steueranteil. Als Gegenleistung wird den zahlenden Passagieren ein privilegiertes Check-in (die «Green Line») gewährt. Sieht man die Abgabe aus der Anlegersicht, dann ist sie auch ein Investment in die Zukunft. Jeder Passagier könnte dafür eine digitale Aktie beispielsweise vom Flughafen Zürich erhalten.
Jan-Willem de Ruiter, Binningen BL

Wenn SVP-Nationalrat Christian Imark wider besseres Wissens immer wieder behauptet, dass mit der Einführung einer Ticketabgabe in der Schweiz die Fluggesellschaften für Zwischenlandungen auf Flughäfen ins Ausland ausweichen würden, dann ist dies nichts anderes als eine hilflose Schaumschlägerei zugunsten einer verantwortungslosen Luftverkehrspolitik, die den klimaschädlichsten Verkehrsträger weiterhin von jeglicher Besteuerung auszuklammern versucht. Wohin sollten diese Fluggesellschaften denn ausweichen, da die wichtigsten europäischen Länder ja bereits eine solche Steuer eingeführt haben? Wenn obendrauf noch die Argumentation mit der Insellösung Schweiz bemüht wird, disqualifiziert sich eine solche Fehleinschätzung von selbst, da eine Ticketabgabe die heutige bestehende Insellösung ja eliminieren würde.
Jean-Pierre Schiltknecht, Zollikerberg ZH

Ihre durchgeführte Befragung ist sehr interessant, die Schlussfolgerungen sind aber weder repräsentativ noch aussagekräftig, denn die Fragestellung ist bereits «ökologisch unredlich». Der in der Befragung als Basis dienende Aufschlag von maximal 50 Franken reicht gerade mal für einen Flug nach Athen und zurück. Wäre die Frage ökologisch korrekt gestellt worden, hiesse sie: «Würden Sie einem Flugticketzuschlag von 30 bis 300 Franken zustimmen?» Und dann müsste man die Umfrage bestimmt anders interpretieren.
Markus Müller, Tann ZH

Schweizer des Jahres
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Die SonntagsZeitung macht unsere erste Verteidigungsministerin zur Persönlichkeit des Jahres 2018. Gut so, in Chile, Spanien, Frankreich, Deutschland und Finnland führen Frauen diese Ministerien mit Auszeichnung. Frau Amherd ist gut beraten – Planung, Termindruck und Zeitplan hin oder her –, sich bei ihrem Antritt beim Projekt Bodluv und Kampfjet-Beschaffung nicht unter Druck setzen zu lassen.
Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Trump, der Magier
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Im Konflikt um Syrien von Gewinnern zu reden, ist zynisch. In Syrien gibt es keine Gewinner, sondern «nur» Verlierer. Die einen haben ihr Leben verloren und die anderen ihre Glaubwürdigkeit.
Pascal Merz, Sursee LU

Eine Ohrfeige für bürgerliche Politiker
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Es ist unerklärlich, dass bürgerliche Politiker so Mühe haben, den Klimawandel ernst zu nehmen. Sie sind es auch, die den Einfluss der Landwirtschaft auf die Erderwärmung total unterschätzen. Dabei gibt es überwältigende Hinweise darauf, dass sie schädlicher ist als der gesamte Verkehr.
Renato Werndli, Eichberg SG

Wenn es wirklich so dringend wäre mit dem Klima, was ja letztlich gar nicht bewiesen ist, gäbe es Verbote statt Steuern. Täglich fahren Hunderte Schiffe im Namen des gelobten Welthandels auf den Ozeanen herum. In einer Stunde verbraucht ein Containerschiff über 10'000 Kilogramm Schweröl. Steuerfrei. Das wird bewusst nicht hinterfragt, es könnte ja die Falschen treffen, die Eliten. Alles, was der Wirtschaft hilft, von Feinstaub bis Kunststoff, bleibt unangefochten, der kleine Bürger hingegen, der soll finanziell bluten. Das Ganze ist eine grosse Umverteilung von Arm zu Reich, und die Grünen machen dabei mit.
Andreas Ungricht, Basel

Was genau bezeichnet das Etikett «bürgerlich»? Bürger und Bürgerinnen sind meines Wissens alle Stimmberechtigten des Landes. Diese sind denn auch grossmehrheitlich Versicherungsnehmer, mieten Wohnungen, sind Konsumenten und etwa zur Hälfte Frauen. Die Parteien, die sich «bürgerlich» nennen, tun sich jedoch noch immer schwer mit der Gleichstellung, verabschieden Gesetze, die hauptsächlich den Versicherern und den Wohnungsvermietern dienen, die Konsumenten benachteiligen, und sie stehlen sich mit fadenscheinigen Argumenten aus der Verantwortung zum Klimaproblem. Also welchen Teil der Bürger und Bürgerinnen vertreten diese Parteien?
Franziska Hurt, Allschwil BL

«Das Volk ist in Sachen Klimaschutz reifer als Politiker.» Und unsere Jugend weiss nach dem Irrlauf im Nationalrat auch, vor welchen Lobbyistenparteien unsere Zukunft akut zu schützen ist.
Urs L. Troxler, Schlieren ZH

Ein verschenktes Jahr für die Frauen
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Warum fragt eigentlich keiner die Frauen, die optimal ausgebildeten, mehrsprachigen Akademikerinnen? Warum arbeiten kinderlose, gut ausgebildete Akademikerinnen Teilzeit in einer Position ohne Führungsfunktion? Das sind doch die interessanten Fragen. Eine Statistik ist schon deshalb irrelevant, weil es auch bei den Strassenarbeitern, den Rangierarbeitern und LKW-Chauffeuren weniger Frauen als Männer hat. Und bei den Lehrerinnen, Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen, Floristinnen, Kosmetikerinnen ist es genau umgekehrt. Die Analytikerinnen empören sich aber immer ausschliesslich über die Chefsessel und dar­über, warum darauf weniger Frauen als Männer Platz nehmen. Und schuld sind alle, nur die Frauen nicht, die ja so dringend auf diese Sessel wollen. Wirklich, wollen wir?
Andrea Strahm, Basel

Reportagen aus Fantastistan
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Da hackt Herr Somm genüsslich auf der Spiegel Redaktion und deren angeblicher Blindheit und Voreingenommenheit herum. Der Spiegel bemüht sich immerhin den Skandal aufzuarbeiten, ganz im Gegensatz zur Weltwoche und deren Chef Roger Köppel, die ja auch diverse Artikel von Relotius abgedruckt haben. Die Vorwürfe an die Spiegel Redaktion fallen auf Markus Somm zurück.
Guido Ruckstuhl, Fehraltorf ZH

Das Job-Feuerwerk
SonntagsZeitung vom 30. Dezember 2018

Das in der «SonntagsZeitung» gelesen: «... und der Sanitäranbieter Geberit planen ebenfalls, im digitalen Bereich Stellen aufzubauen» Und das gedacht: Endlich! der ganz grosse Durchbruch in der WC-Technik steht bevor: Die softwaregesteuerte WC -Spülung (mit Benutzererkennung).
Werner Brühlmann, Zollikon ZH

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