«Die gelben Busse sind mir mehr als sympathisch»

Die Reaktionen der Leser.

«Falls die Buslinien durch Ausschreibungen günstiger werden, frage ich mich, auf wessen Kosten das gehen soll», sagt ein Leser zum Thema postautofreier Jura. Bild: Adrian Moser

«Falls die Buslinien durch Ausschreibungen günstiger werden, frage ich mich, auf wessen Kosten das gehen soll», sagt ein Leser zum Thema postautofreier Jura. Bild: Adrian Moser

Jura will Postautos verbannen
SonntagsZeitung vom 28. Oktober 2018

Überall ist der «Postauto-Skandal» ein Thema. Ich denke, dass man damit all den Postautochauffeuren Unrecht tut, die Tag für Tag ihre Kunden pünktlich, sicher und freundlich von A nach B bringen. Wie sich jetzt noch herausstellte, werden sie zum Teil um ihren Lohn betrogen. Es sind die Machenschaften in den «oberen Etagen», die das Unverständliche verursacht haben.
Heini Hedinger, Urdorf ZH

Falls die Buslinien durch Ausschreibungen günstiger werden, frage ich mich, auf wessen Kosten das gehen soll. Die Chauffeure der Postauto AG erhalten vermutlich schon heute einen nicht allzu grossen Lohn. Nach einer eventuellen Neuvergabe an Subunternehmungen würden deren Chauffeure mit grösster Wahrscheinlichkeit noch weniger verdienen und könnten in der teuren Schweiz nicht mehr von ihrem Lohn leben. Als Folge davon muss dann die öffentliche Hand einspringen (Gemeinden, Prämienverbilligungen usw.). Vordergründig würde also bei der Neuvergabe der Buslinien gespart, aber aus einer Gesamtsicht eben nicht. Die Ausschreibungsverfahren sind ja ebenfalls nicht gratis, dazu kommen die Folgekosten beim Wechsel der Unternehmen (Arbeitsverträge der Mitarbeitenden, Neuanschaffung Busse, Infrastrukturerweiterung der Unternehmen, um nur einige Beispiele zu nennen). Das Vorgehen der Kantone Zürich und St. Gallen scheint in diesem Zusammenhang sympathischer. Um die Qualität der Leistungen zu steigern/zu erhalten, wäre möglicherweise zudem ein Bonus-Malus-System analog der S-Bahn-Zürich prüfenswert.
Roland Münger, Jegenstorf BE

«Mangelnde Transparenz und unzureichende Unterstützung» (David Asséo, Leiter Amt Mobilität und Transport Kanton Jura) interessieren mich als häufigen Postautopassagier reichlich wenig. Und auch mein Vertrauen in Postauto hat keineswegs gelitten. Aus einem Fehlverhalten von Postauto eine Regel abzuleiten, ist die falsche Art der Qualifikation. Die gelben Busse sind mir mehr als sympathisch, sie gehören zur Marke Schweiz. Sie vereinen Zuverlässigkeit, Kontinuität, Tradition und Zusammenhalt.
Andreas Achermann, Luzern

Lehrer trotz sexueller Übergriffe nicht auf dem Radar
SonntagsZeitung vom 28. Oktober 2018

Um es gleich zu Beginn klarzustellen: Wirkliche sexuelle Übergriffe sind ausnahmslos zu verurteilen. Doch habe ich so allmählich das Gefühl, man darf als Erwachsener ein Kind nicht einmal mehr ansehen, ohne Gefahr zu laufen, dass einem unlautere Absichten unterstellt werden. In eine ähnliche Schublade ist die #MeToo-Debatte schon lange geraten. Es kommt mir so vor, als ob der Mensch keine überschwänglichen Gefühle mehr zeigen dürfte. Er wird, auch wegen der zunehmenden Digitalisierung, immer mehr zum Roboter.
Hanspeter Schmutz, Basel

Obwohl vieles bekannt ist, bringt man es nicht fertig, diese Unholde von Pädagogen aus dem Schulbetrieb zu ziehen. Warum nicht? Es wird zuallererst auf den Persönlichkeitsschutz der Täter Rücksicht genommen. Im Zweifelsfall lässt man sie gewähren, oder man lässt den Fall verjähren, so wie es bei Jürg Jegge war. Jeder Kanton kann dabei nach seinem eigenen Gutdünken handeln – oder eben eher nicht. Kinder sind die Opfer und haben unter dem Erlebten oft ein Leben lang zu leiden. Die schwarze Liste der übergriffigen Lehrer müsste selbstverständlich zwingend für sämtliche Kantone sofort für obligatorisch erklärt werden.
Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

SVP-Parlamentarier drohen mit Sprengkandidatur
SonntagsZeitung vom 28. Oktober 2018

Erneut drohen die SVP-Parlamentarier mit Sprengkandidaten bei den CVP-Bundesratskandidaten. Es ist stets ein Trauerspiel, wie sich die SVP benimmt. Ich mag diese verlogene Politik immer weniger. Und die unzähligen, destruktiven Initiativen, welche der Schweiz schaden, schon gar nicht.
Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Die SVP ist der Ansicht, dass die Auswahl der CVP-Bundesratsanwärter zu mager ausfalle. Solange man nicht in die Hirne und Herzen der Kandidaten hineinschauen kann, bleibt unklar, ob ein Sprengkandidat tatsächlich ein besserer Bundesrat wäre. Sollte CVP-Präsident Gerhard Pfister eine allfällige Wahl doch noch annehmen, müssten er und die Partei mit ziemlicher Sicherheit einen happigen Vertrauensverlust im Volk hinnehmen.
Armin Arnold, Köniz BE

Linke erbost über Versicherungslobby
SonntagsZeitung vom 28. 10. 2018

Leider ist ein sehr grosser Teil der sogenannten Volksvertreter nur noch Lobbyvertreter. Wo sind die liberalen Kräfte und die unabhängig denkenden Politiker?
Ludwig Altenburger, Buchs SG

Warum ein Rechtsextremer in Brasilien Favorit ist
SonntagsZeitung vom 28. Oktober 2018

Zwar ist es korrekt, dass Dilma Rousseff aus einem lächerlichen Grund des Amtes enthoben wurde. In einem seriösen Land hätte sie aber gar nicht mehr zur Wiederwahl antreten dürfen, da während ihrer Amtszeit als VR-Präsidentin von Petrobras das Korruptionsschema eingeführt wurde. Frau Rousseff hat a) ihren Job nicht erledigt und weggeschaut oder b) das System im Auftrag ihres Chefs eingeführt. Beides verdient ein Impeachment. Schlimmer aber ist, dass eh alle Parteien mitgespielt haben. Bolsonaro dürfte nur nicht unter Verdacht sein, da er einer (ehemals) mikroskopisch kleinen Partei angehört. Da sollte man keine Illusionen haben.
André Stucki, Muttenz BL

Die Geister, die uns riefen
SonntagsZeitung vom 28. Oktober 2018

Seit meiner Kindheit kenne ich das Val Sinestra, waren wir doch immer im nahe gelegenen Sent in den Ferien. Das Haus galt schon immer als gruselig und nicht ganz normal. Als ich jedoch mit meinem Mann vor einigen Jahren auf einer Wanderung das erste Mal in dieses stolze Haus eintrat, wurde mir ganz bange. Mein Mann suchte das stille Örtchen auf, wo er von nebenan durch lautes Gestöhne gestört wurde, obwohl er alleine im WC war. Ich selber wartete auf meinen Mann in der Eingangshalle, als ca. 50 Meter links von mir jemand vorbeihuschte. Ich erschrak kurz, drehte mich um, aber dieser «Jemand» war verschwunden – lautlos wohlverstanden. Da fragt man sich: Gibt es Geister? Seit unserer Visite im Val Sinestra wissen wir: Ja, sie sind unter uns!
Brita Vassalli, Maur ZH

«Sollte die nächste Krise kommen, haben wir recht wenig Spielraum»
SonntagsZeitung vom 28. 10. 2018

Es tut gut, endlich einmal klare Worte von einem Chef eines grossen Schweizer Unternehmens über das Versagen unserer Politiker und Behörden gegenüber dem Ausland zu lesen.
Ernst Lebsanft, Gunten BE

Erdogans Prestige-Flughafen ist noch lange nicht fertig
SonntagsZeitung vom 28. Oktober 2018

Der grössenwahnsinnige Bau des Flughafens Istanbul, der einherging mit der Zerstörung von Tausenden von Bäumen, ist der Witz des 21. Jahrhunderts – zumal der Flugverkehr eingedämmt, statt forciert werden muss. Der Klimawandel macht ein Umdenken nötig. Der Ökonom Graeme Maxton sagt es so: «Die Party ist vorbei, wir brauchen eine radikale Wende.»
Markus Bösch, Romanshorn TG

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