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«Ist das Unikum Migros noch zeitgemäss?»

Die Reaktionen der Leser.

«Wen wundert es, dass es Geheimniskrämerei und Telefonabhörungen gibt?», fragt ein Leser. Bild: Philipp Rohner
«Wen wundert es, dass es Geheimniskrämerei und Telefonabhörungen gibt?», fragt ein Leser. Bild: Philipp Rohner

Politohr

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Ich begrüsse den Abgang von Toni Brunner als Nationalrat sehr. Leider kann er es nicht lassen, auch am Ende seiner Karriere erneut gegen Eveline Widmer-Schlumpf dümmliche Sprüche auszuteilen. Sie war eine der besten Bundesrätinnen und hat mehr für unser Land geleistet als der lächelnde Sprücheklopfer und Bauer aus dem Toggenburg. Dafür haben mich die Abstimmungsresultate gefreut und sind positiv für unser Land.Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Die Katar-Connection des Fifa-Chefs

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Der fatale Bundesanwalt ist mit seiner Auffassung bezüglich seiner Berufsauffassung nicht mehr zu toppen. Trifft sich zum lauschigen Treffen mit dem Infantino im Séparée zum Plausch über die diversen Anklagepunkte gegen die Fifa. Was wird dort wohl diskutiert worden sein? Ich meine, dass der Lauber heiss auf Supersitzplätze bei den wichtigen Fussballspielen und auf Treffen mit Königs, Scheichs und Staatschefs ist und er sich dann zusammen mit seinem Partner wichtig machen kann. Und keiner unserer Politiker reklamiert. Vermutlich wollen sie es mit dem Infantino nicht verderben, denn auch sie würden sich gerne in den Ehrenlogen räkeln.Mengia Willimann, Luzern

Achtjähriger soll neustes Opfer sein

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Wer echt pädophil ist, also nicht nur nackte Kinder oder deren Fotos anschaut, sondern sie auch missbraucht, der ist normalerweise bis ins hohe Alter nicht «heilbar». Psychiater wären frustriert, wenn sie zugeben müssten, dass dies stimmt, denn sie verdienen Geld mit ihrer Behandlung. Es gibt deshalb nur zwei Lösungen: Entweder ist ein Täter einverstanden, dass er entmannt wird, oder er wird lebenslang inhaftiert. Steht denn bei uns immer der Täter im Vordergrund? Und wenn die Gefängnisse voll sind, wird die Strafe nötigenfalls einfach reduziert und erhalten immer mehr Täter eine bedingte Strafe? Schande.Richard Sieber, Rheineck SG

Es ist empörend, dass solche Richter nicht mehr «Gschpüri» haben bei solch einem Wiederholungstäter. Diesen, nur mit Fussfesseln ausgestattet, frei herumlaufen zu lassen und Warnungen von Betroffenen in den Wind zu schlagen, ist ignorant. Dass dem Täter noch 52'000 Franken zugesprochen werden, ist skandalös. Und die Opfer werden mit einem «Trinkgeld» abgespeist, das nicht einmal für ihre Therapie reicht. Die Steuerzahler kommen für solch krasse Fehlurteile der Richter auf. Da stimmt zu vieles nicht.Heinrich Schneebeli, Affoltern am Albis ZH

Nur Griechen bezahlen Rechnungen unpünktlicher

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Es ist mir ein Rätsel, warum die Kantone keine Quellensteuer einführen wollen. Denn Quellensteuer gibt es schon lang in der Schweiz, und zwar für Ausländer, die noch keine Niederlassungsbewilligung C haben (siehe www.ch.ch/de/quellensteuer). Ausländer haben hier keine Wahl, das Geld wird ihnen ohne zu fragen abgezogen. Warum kann dieses Quellensteuersystem nicht für freiwillige Einheimische erweitert werden? Stephen Lander, Riehen BS

Nigel Farage plant Comeback

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Theresa May ist nicht zu beneiden. Schliesslich darf respektive muss sie ihren Landsleuten einen schlechten Vertrag als Optimum verkaufen. Der mit der EU ausgehandelte Brexit-Vertrag ist eine Niederlage für Grossbritannien und entspricht in keinster Weise den Versprechungen der glühenden Brexit-Befürworter. Unter dem Strich zahlen die Briten für ihre Pseudounabhängigkeit einen hohen Preis. Die Bedingungen, welche das Vereinigte Königreich für den weiteren Zugang zum EU-Binnenmarkt erfüllen muss, scheinen auf den ersten Blick schlechter als die bilateralen Verträge der Schweiz mit der Union. Dies ist schon bemerkenswert, aber für die Briten wohl beinahe alternativlos. Der harte Brexit ohne geregeltes Austrittsverfahren wirkt nicht gerade als überzeugende Variante. Es entbehrt in diesem Kontext nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die grössten EU-Gegner der Union nun vorwerfen, sie hätte gegenüber den Briten zu hart verhandelt. Schliesslich geht es auch um nichts weniger als die Interessen der verbliebenen 27 Staaten. Die Wahrheit ist doch einfach die, dass sich eine Mehrheit der Briten bei der damaligen Brexit-Abstimmung von falschen Versprechungen der Austrittsbefürworter, vorneweg UK Independence Party mit Nigel Farage, hat überzeugen lassen. Pascal Merz, Sursee LU

Stethoskop für den brüchigen Fels

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Die Schlagzeile ist unglücklich bis unhaltbar. Der Leser sieht sich eindeutig im Berner Oberland, in Brienz BE, das in den letzten Jahren schwere Unwetterschäden erlitt. Deutlich weniger Leute wissen, dass es in der Gemeinde Albula ein gleichnamiges kleines Dorf gibt. Es ist unerlässlich, dass bei den vielen gleichnamigen Gemeinden in der Schweiz (von Biel über Benken bis Lohn) das Kantonskürzel oder eine umschreibende Ergänzung eingefügt wird.Kurt Witschi, Bremgarten BE

Für die Opfer und deren Familien ein Hohn

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

In einer virtuellen Weltrangliste, wo das Justizwesen und die Rechtsstaatlichkeit beurteilt werden würde, wäre der Schweiz einer der hintersten Plätze sicher. So einen grotesken, für alle Opfer tief traurigen Fall könnte sich kein Romanschreiber in seiner überbordenden Fantasie ausmalen. Das ist Seldwyla hoch zehn. Meiner Meinung nach genügt es nicht, dass nur der Schwerkriminelle William W. nun hinter Gittern hockt. Sämtliche Gutachter, Richter, Sachverständige und weitere «Experten» in diesem Fall gehören ebenfalls dahin. Dazu sollen sie Entschädigungen von mehreren Hunderttausend Franken zahlen, die dann den Opfern zu Gute kommen sollen. Doch dies allein genügt noch nicht. Ebenfalls soll für diese «Fachleute» wegen ihres Totalversagens ein lebenslanges Berufsverbot im Justizvollzug ausgesprochen werden.Rolf Hug, Aadorf TG

Im Land der Mandarine

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Getreu seinem journalistischen Credo «Anecken» beurteilt Markus Somm die beiden CVP-Bundesratskandidatinnen Viola Amherd und Heidi Z‘graggen. Er attestiert ihnen den Status von «Verlegenheitskandidaten» und «Platzhaltern» (stehen da zwei Männer zur Wahl?). Es brauche aber Persönlichkeiten, mutig und meinungsstark. Amherd habe in Bern kaum Spuren hinterlassen, und Z‘graggen regiere einen kleinen, bergigen Kanton, der vom Bund am Leben erhalten werde. Herrn Somms Kolumne muss als anmassend, arrogant und despektierlich bezeichnet werden. Denn er unterstellt beiden Meinungsschwäche, Mutlosigkeit und fehlende Persönlichkeit. Mit der Geringschätzung des Kantons Uri disqualifiziert sich Somm definitiv als ernst zu nehmender Kommentator. Zu erinnern gilt: Beide Politikerinnen wurden vom Walliser und Urner Stimmvolk immer wieder gewählt. So schlecht können demzufolge ihre politische Arbeit und ihr Leistungsausweis nicht sein. Ich bin überzeugt, dass Amherd und Z’graggen das Potenzial zu fähigen Bundesrätinnen haben.Norbert von Euw, Bülach ZH

Im schnellen Internet droht ein Swisscom-Monopol

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Im Artikel wird die Abdeckung des Kantons Graubünden mit «Fiber To The Home» (FTTH) kritisiert. Doch eine reine Betrachtung der FTTH-Abdeckung greift zu kurz. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass rund 70 Prozent der Haushalte im Bündnerland von einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabyte pro Sekunde profitieren, rund 49 Prozent verfügen über einen Anschluss mit über 80 Megabyte pro Sekunde. Bereits mit 50 Megabyte pro Sekunde können die Kundinnen und Kunden neuste Cloud-Anwendungen nutzen oder digitales Fernsehen in 4K-Qualität nutzen. Die Swisscom hat zum Ziel, bis 2021 alle Gemeinden in der Schweiz und damit mindestens 90 Prozent der Wohn- und Geschäftseinheiten mit mindestens 80 Megabyte pro Sekunde zu versorgen. Ein Ausbau mit FTTH würde bis 2040 dauern. Vom beschleunigten Prozess mit alternativen Glasfasertechnologien profitieren gerade die Kundinnen und Kunden in ländlich geprägten Kantonen, wie dem Kanton Graubünden. Sie werden durch den schnelleren Ausbau schon viel früher spürbar schnelleres Breitband-Internet erhalten. Und last but not least: Unsere Glasfasertechnologien sind so ausgelegt, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf zu einem FTTH-Anschluss ausgebaut werden können. Armin Schädeli, Mediensprecher Swisscom, Fraubrunnen BE

Ein M misstrauischer

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Ist das Unikum Migros noch zeitgemäss, oder eventuell mehr als man denkt? Jedenfalls teilt uns die penetrante, sehr teure, sparbehindernde Werbung ja mit: «Die Migros gehört den Leuten». Die «Leitgenossen» dieser Genossenschaft, gestehen also unverblümt: «Wir sind ein VEB (Volkseigener Betrieb)». Wen wundert es da noch, dass es bereits Geheimniskrämerei und Telefonabhörungen gibt?Jakob Speiser, Gelterkinden BL

Neue Einsichten in den Mars

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Inzwischen ist die Nasa-Sonde «Insight» auf dem Mars gelandet und wird den Roten Planeten erforschen. Im Januar 2004, vor 15 Jahren, landete bereits der Rover «Opportunity» auf dem Mars. Wegen eines gigantischen Staubsturms hat der Mars-Rover seine wissenschaftlichen Aktivitäten seit einigen Monaten eingestellt. Nasa Techniker hoffen das Gerät wieder in Betrieb zu nehmen. Auch das Fahrzeug «Curiosity» erforscht seit 2012, also seit sechs Jahren den Mars. Nach «Opportunity» und «Curiosity» soll nun auch noch das Gerät «Insight» den Mars erforschen. Wäre es nicht besser, die USA würden die Milliarden für die Erforschung des Roten Planeten für die Obdachlosen verwenden? Untersuchungen zufolge haben alleine im Jahr 2017 in den USA mehr als eine halbe Million Menschen Obdachlosigkeit erlebt und rund ein Viertel von ihnen hatte sogar Arbeit.Heinrich Frei, Zürich

Die Klugscheisser

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Seit Sonntagvormittag nach dem Lesen des Artikels, kenne ich einen Neuen. Andreas Tobler. Er beschimpft nach seinem Geschmack einige Autoren als hohle Klugscheisser. Andere findet er ohne wahre Begründung lesenswert und lehrreich. Der Autor entscheidet, vor wem eher zu flüchten ist und wer es Wert ist, ihn zu lesen. Damit macht er sich zum obersten Klugscheisser. Damit erklärt er den Leser als generell unmündig und unfähig, selbst herauszufinden, welcher Autor uns Sinnvolles mitzuteilen hat und welcher nur leere Luft produziert. Ich zum Beispiel, las das erwähnte Buch von Yuval Noah Harari mit grossem Vergnügen. Dabei bin ich durchaus in der Lage, Wichtiges und sinnvolle Erkenntnisse von Klugscheisserei zu unterscheiden. Ich kann jedenfalls dem reifen Leser dieses Buch empfehlen. Der Autor ist nicht klüger als andere Leser der «SonntagsZeitung». Nur mehr selbstüberschätzend. Josef Danielli, Turgi AG

Richard David Precht als Klugscheisser zu betiteln, ist schon ein starkes Stück. Was, frage ich mich, Herr Tobler, tragen Sie dazu bei, über unser Leben, unsere Gesellschaft nachzudenken und mögliche Zusammenhänge und Lösungen aufzuzeigen? Welche Werke haben Sie denn bisher veröffentlicht, mit denen sich der interessierte Leser auseinander setzen könnte? Was tragen Sie persönlich dazu bei, den grossen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen? Nun, wir dürfen gespannt sein. Welcher Name wird wohl in einigen Jahrzehnten noch geläufig sein, Tobler oder Precht?Silvia Müller, Detligen BE

Ob der Verfasser dieser arroganten Kritik die Bücher von Yuval Noah Harari überhaupt gelesen hat? Ich wage dies zu bezweifeln. Hararis Büchern mangelt es wohl etwas an Humor und zweifellos weisen die Werke auch Schwächen auf. Aber deren Lektüre regt zum Nachdenken an. Wer weiss, vielleicht täte dem Autor zwecks Reflexion über gewisse Themen, die Harari angeht, sogar ein bisschen Meditation ganz gut? Freunde und ich können auf jeden Fall «Eine kurze Geschichte der Menschheit» und «Homo Deus» bestens empfehlen. Und noch eine Frage an die «SonntagsZeitung»: War dieser Verriss mehr als eine ganze Kultur-Druckseite wert?Verena Rickli, Ittigen BE

Wenn Jesus ein Interview geben würde

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Ich möchte als gewöhnlicher Christ einem ausgebildeten Theologen wie Josef Hochstrasser nicht zu nahe treten, aber eigentlich müsste er ja wissen, dass das mit der zweiwöchigen Schwangerschaft der Maria ein Märchen oder noch mehr eine Fake News ist. Die Begegnung mit dem Erzengel Michael und dessen Verkündigung wird von der katholischen Kirche nämlich am 25. März gefeiert. Also ganz natürliche 9 Monate vor Weihnachten. Und die Erinnerung an Marias Geburt, die von der Kirche am 8. Dezember als unbefleckt Empfangene gefeiert wird, ist auf den 8. September angesetzt, wiederum natürliche 9 Monate später. Überhaupt scheint mir, ob nun Märchen oder glaubhafte Geschichte: Die Erzählungen von und um Weihnachten sind ein guter Anlass «Himmel» und «Welt» als Ganzes zu denken. Und ein Gott, der sich in einem Handwerkersohn manifestiert und sich wie wohl kein anderer «Gott» auch die untersten Gesellschaftsschichten ernst nimmt und ihnen eine göttliche Würde gibt, dessen Geschichte darf durchaus von Anfang an erzählt werden. Und wenn es nur dazu dient, der heutzutage allseits gefeierten hormongesteuerten Liebe wieder eine geistgesteuerte Liebe als Begleiterin zu empfehlen. Martin Köchli, Buttwil AG

Diesen Artikel kann ich nicht so stehen lassen. Sie machen sich über unseren Glauben und die Dogmen lustig. Ich bin sicher, Jesus würde Ihnen ganz andere Antworten geben. Elsi Nussbaumer, Berikon AG

Die Antwort des Autors: Jesus mockiert sich eben gerade über jene Leute, die nicht richtig rechnen können und behaupten, die Unbefleckte Empfängnis sei identisch mit seiner eigenen Zeugung. Josef Hochstrasser, Theologe und Autor

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