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Depression: Die Stromtherapie kehrt zurück

Wenn bei Schwermut nichts mehr hilft, legen Ärzte neuerdings wieder Elektroden an den Kopf der Patienten. Das Comeback hat gute Gründe.

Jan Schwenkenbecher
Elektrokrampftherapie im Jahr 1956: Bücher, Filme und Musik trugen zum schlechten Image der Methode bei. Foto: Getty Images
Elektrokrampftherapie im Jahr 1956: Bücher, Filme und Musik trugen zum schlechten Image der Methode bei. Foto: Getty Images

Es ist 8.56 Uhr, als der Anästhesiepfleger der 71 Jahre alten Frau Propofol und Succinylcholin in ihre Venen spritzt, ein Narkosemittel und ein Muskelrelaxans. Zwei Minuten später wird ihr Körper erschlaffen. «60», sagt der Anästhesiepfleger in der Mainzer Psychiatrie nach einer Minute, und zählt runter: «40», «15». Es ist kurz vor 9 Uhr, als er «wir dürfen» sagt, der Assistenzarzt eine Hand-Elek­trode an den Hinterkopf der Frau hält und auf «Treat» drückt. 602,8 Millicoulomb schiessen ihr ins Gehirn, Milliarden Neuronen richten ihren Takt auf den Wechselstrom aus, feuern gleichzeitig. Die 71-Jährige bekommt einen Krampfanfall.

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