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Übermächtiger Riese in der Schweiz

Die Hotelkette Accor hat sich in den vergangenen Jahren in der Schweiz ein Imperium aufgebaut. Dies lässt sich vor allem von den grössten fünf Städten der Schweiz ableiten. Der französische Riese besitzt in Zürich, Lausanne und Genf rund 30 Prozent aller Hotelzimmer, wie das Branchenmagazin «Hotelrevue» errechnet hat. Mit der Eröffnung eines neuen Fünfstern-Mövenpick-Hotels in Basel wird Accors Marktanteil ab 2020 auch dort auf rund 30 Prozent ansteigen. Gerade in Basel, Zürich, Genf und Lausanne profitiert Accor von Geschäftsreisenden.

Zu den bekannten Marken der grössten europäischen Hotelkette gehören Ibis, Novotel und seit vergangenem Jahr auch Mövenpick. Accor betreibt über die verschiedenen Marken in der Schweiz 74 Hotels mit rund 9300 Zimmern. Damit besitzt die Kette rund 6,5 Prozent aller Hotelzimmer in der Schweiz.

In Basel gibt es erste Bedenken wegen der Marktmacht von Accor. «30 Prozent ist schon ein Marktanteil, der massiv ist», sagte der Präsident des Basler Hoteliervereins, Felix Hauser, zur «Basellandschaftlichen Zeitung». Wenn es zu Preisabreden unter den Accor-Häusern komme, könne dies zum Problem werden. Für die Mitbewerber in den grossen Zentren bedeutet die Marktmacht von Accor aber nicht nur Schlechtes.

Ein Basler Hotelier meinte gegenüber der «Basellandschaftlichen», dass die Qualität der Hotels in der Stadt dank den Accor-Hotels gestiegen sei. Dadurch seien auch Kongresse nach Basel gekommen, welche früher in anderen Städten stattfanden. Davon würden am Ende alle Hotels, Restaurants, Dienstleister und auch der Detailhandel profitieren. Bereits heute spüre man jedoch, dass gerade von Sonntag auf Montag die Accor-Hotels die Preise drückten, um die Zimmer vollzubekommen. In dieser Nacht sind die Hotels in Basel weniger gut besucht als zu anderen Zeiten.

Bei Basel Tourismus ist man gar froh über die Accor-Hotels. Sie hätten zu einem besseren Angebotsmix beigetragen. So ist die Hotelkette etwa mit Ibis Styles, Ibis Budget und Ibis präsent. Die drei Marken bedienen unterschiedliche Kundensegmente bezüglich Anspruch und Preis.

Noch nicht für sich entdeckt hat Accor die Tourismushochburg Luzern. Gemessen an den Übernachtungen ist Luzern die Nummer drei in der Schweiz hinter Zürich und Genf. Accor besitzt in Luzern drei Hotels mit insgesamt 358 Zimmern. Das entspricht einem Anteil von 12Prozent aller Hotelzimmer, wie eine Sprecherin von Luzern Tourismus sagt.

In Zukunft ist zu erwarten, dass der Riese Accor in der Schweiz noch grösser wird. So sollen auch in kleineren Städten wie St. Gallen, Nyon oder Biel Accor-Häuser eröffnet werden.

Philipp Felber

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