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Und ewig dieser Zickenkrieg

Die «Sex and the City»-Stars Sarah Jessica Parker und Kim Catrall liegen sich in den Haaren

«Du bist nicht meine Freundin»: Kim Catrall (links) reagierte heftig auf die Twitter-Beileidsbekundung von Sarah Jessica Parker. Foto: Getty
«Du bist nicht meine Freundin»: Kim Catrall (links) reagierte heftig auf die Twitter-Beileidsbekundung von Sarah Jessica Parker. Foto: Getty

Stimmt schon, angefangen hatte Kim Catrall: Ihr Bruder sei überraschend gestorben, teilte sie letzte Woche mit – per Instagram. Kollegin Sarah Jessica Parker reagierte umgehend und drückte ihr Beileid aus – per Twitter.

Catrall antwortete wiederum per Twitter. Und herrschte Parker an, sie gefälligst in Ruhe zu lassen: «Du bist nicht meine Freundin. Ich sage dir ein letztes Mal, dass du aufhören sollst, diese Tragödie auszunützen, um damit dein Nice-Girl-Image zu pflegen.»

Das war nun doch recht heftig. Sowohl vom Inhalt der Aussage her als auch von der rüden Zurechtweisung in aller Öffentlichkeit. Was war da los?

Die beiden Schauspielerinnen hatten sechs Jahre lang zusammengearbeitet; sie waren als Carrie Bradshaw (Parker) und Samantha Jones (Catrall) zwei der vier Protagonistinnen der weltweit erfolgreichen Serie «Sex and the City» gewesen. Es ging dabei um Schuhe, Beziehungen und um das zwar glamourös verpackte, letztlich aber reaktionäre Ziel, einen Mann zum Heiraten zu finden. Und vor allem ging es um Freundschaft, um Freundschaft unter Frauen.

Der Zwist der Serienstars bedient uralte Klischees

Dass das Verhältnis hinter den Kulissen weniger liebevoll-innig sei als in der Serie, wurde immer mal wieder gemunkelt. Am Set herrsche Eiszeit, hiess es, vor allem zwischen Catrall und Parker. Die beiden stünden auf Kriegsfuss: weil Parker irgendwann nicht nur Darstellerin der Serie war, sondern auch Produzentin, was Catrall missfallen haben soll. Parker wiederum sei neidisch gewesen darauf, dass die Figur der Samantha Jones ihrer Carrie Bradshaw in Sachen Beliebtheit den Rang ablief.

Geäussert haben sich die beiden damals nicht dazu; aber bevor überhaupt die ersten Gerüchte aufkamen, mussten sie sich deswegen schon Fragen gefallen lassen. Sarah Jessica Parker sagte einmal in einem Interview: «Wir werden dauernd gefragt, ob bei uns ein Zickenkrieg herrsche, einfach, weil wir vier Frauen sind. Die Schauspieler der Sopranos wurden das meines Wissens nie gefragt.»

Schäbige Art des Kondolierens

Da hatte sie einen Punkt. Und auch jetzt wurde die Episode von vergangener Woche dazu verwendet, das uralte Klischee, wonach Frauen halt einfach nicht mite­inander könnten, wieder aufzu­wärmen. In den angelsächsischen Medien schrieben sie genüsslich von einem «Catfight».

Was genau vorgefallen ist zwischen den beiden, weiss niemand. Und wieso sich zwei Frauen mögen sollen, bloss weil sie dasselbe Geschlecht haben, ist ebenfalls ­unklar. Was man aber sagen kann: Selbst wenn es heute üblich ist, über einen Todesfall per soziale Medien zu informieren – auf diesem Weg zu kondolieren, wirkt tatsächlich schäbig. Nämlich so, wie wenn man vor allem der ganzen Welt zeigen wollte, dass man wahnsinnig betroffen ist.

Man könnte stattdessen anrufen. Oder eine Karte schreiben. Da hat man dann zwar kein Publikum, und es gibt keinen Applaus dafür. Aber darum geht es bei echter ­Anteilnahme auch nicht.

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