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Wir sind alle Vampire

Blut dient dem Homo sapiens als Nahrung und als hoch symbolische Flüssigkeit – nicht nur an Halloween.

Anke Fossgreen
Lebenssaft für Vampire Foto: Getty
Lebenssaft für Vampire Foto: Getty

Mücken, Flöhe und Wanzen saugen Blut. Zecken können sich mit dem roten Saft geradezu vollpumpen. Egel zehren bis zu einem Jahr lang von der Mahlzeit. Auch Säuge­tiere nutzen die nahrhafte Flüssigkeit. Die einzigen Vertreter der Mammalia, die ausschliesslich Blut zu sich nehmen, sind Vampir­fledermäuse. Die in Mittel- und Südamerika heimischen Tiere lecken Blut von Rindern, Pferden, Wildtieren oder Vögeln – und können bei einem Biss fast so viel wie ihr eigenes Körpergewicht an Flüssigkeit aufnehmen, bis zu 30 Milliliter, also etwa 30 Gramm. Und der Mensch? «Es ist gar nicht so ungewöhnlich, Blut zu sich zu nehmen», sagt Mark Benecke, Kriminalbiologe in Köln. Dabei meint er nicht nur traditionell lebende Völker wie die ostafrikanischen Massai, die ihrer Nahrung Rinderblut beimischen. Benecke zählt auch hiesige landestypische Spezialitäten auf wie Blutwurst aus der Schweiz oder Deutschland, Blutpfannkuchen aus Finnland sowie den britischen Blutpudding. Menschen essen derartige Gerichte seit Generationen.

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