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Wo Intoleranz auf dem Stundenplan steht

Auszüge von Schulbüchern aus islamischen Ländern.

Quelle: Constantin Schreiber, «Die Kinder des Koran. Was muslimische Kinder lernen», Verlag Econ

Schulbuch aus Iran, Fach Ethik, 9. Klasse

Das Zeichen der Wertschätzung

Bemerkenswert ist, dass, obwohl alle Menschen verpflichtet sind, ihre Körper zu bedecken, die Art der Bedeckung des Körpers bei Männern und Frauen unterschiedlich geregelt ist. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Art ihrer Schöpfung.

Je zierlicher ein Ding und je grösser seine Anziehungskraft ist, umso genauer achtet man auf seine Aufbewahrung und seinen Schutz. Deshalb legen weise Menschen ihre wertvollen Gegenstände, wie kostbaren Schmuck und Juwelen, nicht in die Reichweite der Fremden und vor die Augen der Diebe. Sie bewahren solche Wertsachen in der Regel an behüteten Orten und fern von Räubern auf.

Eine angemessene Kleidung der Frau (Hidschab) schützt ihre Schönheit vor den Blicken der lüsternen Männer und ihrer Gier. So können die Frauen in Sicherheit ihre privaten und gesellschaftlichen Aufgaben erledigen. Dadurch bleibt die Umgebung auch für positive und konstruktive Aktivitäten der Männer gesund.

Die Nichtbeachtung der Weisungen und Regeln für Hidschab bringt die Menschen mit unzureichendem Hidschab in Gefahr. Ausserdem werden ihre Familien und sogar die gesamte Gesellschaft mit Problemen konfrontiert. Die Unsicherheit und Belästigung durch lüsterne Männer ist eines dieser Risiken.

Eine andere Folge dieses Verhaltens ist die Abwertung der Frau in der Gesellschaft. Die unangemessene Bekleidung führt dazu, dass lüsterne Männer die Frau nur als Sexobjekt betrachten und ihren wahren Charakter und ihre Stellung in der Gesellschaft ausser Acht lassen. Eine Dame mit Hidschab und mit anständigem Verhalten gibt den anderen zu verstehen, dass sie nicht bereit ist, sich gierigen Blicken zur Schau zu stellen. Sie kennt ihre Werte und achtet auf ihren eigenen Wert.

Eine weitere Folge der Nichtbeachtung des Hidschabs und sogar die wichtigste, ist die Ferne von Gott.

Klassenaufgabe: Sie sollen mit der Hilfe der anderen Gruppenmitglieder feststellen, wie sich passende und/oder unpassende Bekleidung auf den Einzelnen und die Gesellschaft auswirkt.

Mehr wissen: Suche nach einer Lösung. Die wachsende Anzahl der Scheidungen verbreitete ein Gefühl von Unsicherheit und Niedergeschlagenheit unter den Frauen und vermehrte die Gewalttaten gegen sie. Diese Tatsachen haben die Politiker und Denker veranlasst, ernsthafte Lösungen für dieses Problem zu suchen. Eine der wirkungsvollen bisherigen Lösungen ist die Verhinderung unnötiger Versammlungen von Männern und Frauen an einem Ort. (...)

Das amerikanische Bildungsministerium hat endlich nach 31 Jahren, im Jahr 2006, die Genehmigung für die Einrichtung von separaten Schulen für Schüler und Schülerinnen erteilt. Der Fernsehsender Sky News berichtete: Studien zu den amerikanischen Schulen zeigten, dass die Leistungen der Schüler in getrennten Schulen im Vergleich zu den gemischten Schulen besser waren. Der amerikanische Bildungsminister hat in diesem Bericht betont, dass diese Entscheidung die grösste Veränderung im amerikanischen Bildungssystem in den letzten 31 Jahren war.

Eine weitere wichtige Veränderung, die in den letzten Jahren in westlichen Ländern zu beobachten ist, ist die Verbreitung angemessener und bedeckender Bekleidung unter Frauen.

Quelle: Constantin Schreiber, «Die Kinder des Koran. Was muslimische Kinder lernen», Verlag Econ

Schulbuch aus Afghanistan, Fach Religion, 10. Klasse

Auslegung des Heiligen Koran

Der Mensch ist nicht umsonst erschaffen

Sure Al-Mo’minun, Verse 115–118:

«Glaubt ihr wohl, dass wir euch nur zum Scherz erschaffen hätten? Und dass ihr nicht zu uns zurückgebracht werdet? Ja, Gott ist hoch erhaben, der wahrhaftige König. Es gibt keinen Gott ausser ihm, dem Herrn des edlen Thrones. Wer ausser Gott noch eine andere Gottheit anruft, für die er keinen Beweis beibringen kann, für den gibt es die Abrechnung bei seinem Herrn. Siehe, den Ungläubigen wird es nicht wohlergehen. Sprich: ›Mein Herr, vergib, und erbarme Dich! Du bist der beste Erbarmer!»

Auslegung: Allah der Allmächtige sagt zu den Ungläubigen: Denkt ihr, dass wir euch falsch und sinnlos erschaffen haben? Nein, das ist nicht der Fall. Wir haben euch jedoch erschaffen, um Gottes Gebote zu verfeinern, zu lehren und zu befolgen. Und habt ihr vermutet, dass ihr nach dem Tod nicht wieder zur Rechenschaft und zur Strafe herangezogen werdet? Gott der Allmächtige ist rein und herrlich, der in Weisheit etwas erschafft. Er ist der einzige Gott und es gibt keinen anderen Gott ausser Ihm. (...)

Es ist eine grosse Anmassung, wenn manche neben Allah ein anderes Pendant anbeten, andere Elemente mit Gott zusammen anbeten, obwohl sie keinen Grund dafür haben. Wahrlich wird Gott sie schwer bestrafen. Solche Menschen werden nie Erfolg haben, sondern sie werden in die Hölle gehen, wo sie Leid und Qual erleiden werden.

Aufruf zu Gott – eine Verpflichtung der Scharia

Jeder Muslim, sowohl männlich als auch weiblich, ist verpflichtet, soweit es ihm seine Fähigkeit und sein Wissen erlauben, die Religion des Islams an andere weiterzugeben.

Konsequent in Wort und Tat

Allah der Allmächtige befahl in diesen Versen allen Menschen und Völkern auf der Erde, zu denen er seine Propheten und Gesandten zu ihrer Führung sandte, nicht die Wahrheit zu verschleiern und nicht die Gebote Gottes durch ihre falschen Wünsche zu verändern. Insbesondere die Juden aber, die vom Recht gewusst hatten, änderten aufgrund von Vorurteilen und Rache das Recht, um die Menschen vom rechten Weg abzuhalten, indem sie, die Juden, das Recht verdeckten und es mit Nichtigem vermischten, wohl wissend, dass die Wahrheit diejenige ist, die Mohammed, der Prophet des Islams (Friede sei mit ihm), brachte.

Folge der namentlichen Ablehnung Allahs

Diese heiligen Verse verkünden, dass derjenige, der sich weigert, Allah zu erwähnen und nicht seinen Weg geht, die ersichtlichen Gründe für die Existenz Gottes im Universum und in seinem Buch (dem Heiligen Koran) ignoriert und den falschen Weg geht, dem wird Gott der Allmächtige einen Teufel zu seinem Begleiter machen. Dieser wird stets bei ihm sein und ihn vom rechten Weg weiter abbringen wie ein Feind, der einen Menschen erobert und sich an ihm rächt.

Der Herr warnt uns, dass ein Ungläubiger, wenn Gott ihn am Tag der Auferstehung auferweckt, sich wünscht, dass die Distanz zwischen ihm und seinem bösen Gefährten wie die Entfernung zwischen Osten und Westen sein wird. Und sie sagen zu ihren Begleitern: «Ich wünschte, ich hätte euch nicht gekannt und ihr hättet mich nicht gekannt. Ich wünschte, ich hätte euch nicht gesehen und ihr hättet mich nicht gesehen. Was für ein böser Begleiter!» Aber das Gebot des Herrn für alle ist wie folgt: «Euer Zorn und euer Fluch gegeneinander werden euch nichts bringen, sondern ihr habt es verdient, gequält zu werden. Und diese schmerzhafte Qual werdet ihr miteinander teilen und nichts wird eure Qual lindern.»

Quelle: Constantin Schreiber, «Die Kinder des Koran. Was muslimische Kinder lernen», Verlag Econ

Schulbuch aus der Türkei, Fach Sozialkunde, 6. Klasse

Unsere Regierenden und wir

Heutzutage können die Medien die Menschen auf verschiedene Art und Weise beeinflussen und lenken. Auch wenn ein Teil der Medien ihren Einfluss auf positive Weise nutzt, kann ihn ein anderer Teil mit bösen Absichten nutzen. Sie können etwa versuchen, Menschen mit falschen Nachrichten zu manipulieren. Deshalb müssen wir gegenüber Nachrichten, die über verschiedene Wege in den Medien verbreitet werden und uns in eine falsche Richtung lenken sollen, achtsam sein.

Aufgabe: Wie wird der Entscheidungsprozess beeinflusst, wenn die Medien ihre Aufgaben nicht richtig erfüllen? Diskutiert das.

Ruhmreicher Widerstand

In manchen Epochen griffen Putschisten in die Demokratie ein und übernahmen gewaltsam die Regierung. Einen ähnlichen Eingriffsversuch erlebten wir am 15. Juli 2016.

Angehörige von Terrororganisationen, die die türkische Armee unterwandert und die Demokratie nicht verinnerlicht hatten, missachteten alle demokratischen Gesetze. Sie wollten die verfassungsmässige Ordnung stürzen und eine andere Regierung einsetzen. Unter Missachtung des Volkswillens versuchten sie die Macht mit Gewalt an sich zu reissen. (...)

Sie wollten einen Anschlag auf den Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdo?an verüben.

Mit Überschalljets versuchten sie das Volk einzuschüchtern und ihm Angst zu machen. Aus Flugzeugen und Hubschraubern, die mit den Steuergeldern der Nation gekauft worden waren, schossen und warfen sie Bomben auf das Volk. (...) Allerdings folgte das Volk dem Aufruf des Präsidenten, der laut Verfassung der Oberbefehlshaber ist. Es trat für die Souveränität, die Unabhängigkeit, das Vaterland und die Flagge ein und strömte auf die Strassen.

Sie nahmen nur die rote, glorreiche türkische Flagge in die Hand und leisteten gegen die Kanonen, die Gewehre, die Panzer und die Flugzeuge der Putschisten Widerstand. Mit stolzgeschwellter Brust kämpften sie gegen die Bomben und Kugeln. (...)

Am Morgen dieser Nacht, in der die Finsternis durch das Rot des Bluts übermalt wurde, vollendete die Nation in der Dämmerung ihren glorreichen Widerstand erfolgreich, der mit goldenen Buchstaben in die Geschichtsbücher geschrieben wurde. Mit seinen Frauen, Männern, Jugendlichen und Alten hat unser Land, das dem Ideal des einen Vaterlandes, der einen Nation, der einen Flagge und des einen Staates verbunden ist, mit seiner Kampfesentschlossenheit, die es in den schwierigsten Zeiten seiner Geschichte immer wieder an den Tag gelegt hat, die Welt aufs Neue verblüfft.

Quelle: Constantin Schreiber, «Die Kinder des Koran. Was muslimische Kinder lernen», Verlag Econ

Schulbuch aus Palästina für das Fach «Arabische Sprachen»

Erzählung «Das Massaker von Tantura»

Der vorliegende Artikel wirft Licht auf eines der Massaker, die von zionistischen Banden im Jahr der Nakba und den darauffolgenden Jahren begangen wurden. Über achtzig Massaker wurden begangen, darunter und als eines der brutalsten das von Al-Tantura im Kreis Haifa, dessen Einzelheiten erst vor Kurzem aufgedeckt wurden. Hunderte Bewohner dieses Dorfes wurden getötet, die Überlebenden vertrieben. Daraufhin wurde das Dorf komplett zerstört, kein Stein wurde auf dem anderen gelassen. (...)

Die Forscher, die sich mit diesem Massaker beschäftigten, sind sich einig, dass es eines der brutalsten und blutigsten Massaker ist, die in Palästina verübt wurden. Der Grund dafür liegt nicht an der Opferzahl, die etwa 230 Märtyrer umfasst, sondern an der Tatsache, dass es vorsätzlich und mit detailgenauer Planung von einer regulären Armeeeinheit während des zweiten Waffenstillstandes verübt wurde, gerade eine Woche nach der Unabhängigkeitserklärung des zionistischen Staates. Dies ist ein schlagender Beweis dafür, dass dieses Massaker sowie alle vorangegangenen und nachfolgenden Massaker, die Tausende unschuldige Opfer forderten, nichts als ein Akt des Genozids und der Vertreibung durch die zionistische Entität waren, um ihr Ziel der ethnischen Säuberung zu erreichen, [also um] die ursprünglichen Bewohner zu terrorisieren und sie dazu zu zwingen, ihre Dörfer und Häuser zu verlassen. (...)

Während die Besatzung mittels ihrer rassistischen Gesetze weiterhin die Rückkehr der ursprünglichen Bewohner von Tantura und der übrigen 532 zerstörten Dörfer auf ihr Land und in ihre Häuser verhindert, so wird die Politik der Vernichtung und der Zerstörung doch nicht die erhofften Ergebnisse bringen! Diese Politik, mit der die zionistische Entität eine Tragödie über das Leben von Abertausenden Menschen unseres Volkes gebracht hat, wird ihr keine Sicherheit bringen. Das gerechte Anliegen dieser Menschen bleibt ein glühendes Feuer, ihre Träume von der Rückkehr und der Freiheit werden weiter pulsieren und von einer Generation zur nächsten weitergegeben, bis der Traum Wirklichkeit wird. Tantura und alle weiteren Dörfer werden Lied, Gedicht, Gemälde und Erzählung bleiben und den Besatzer weiterhin Tag und Nacht verfolgen, bis seine Unterdrückung ein Ende findet, so wie die Unterdrückung aller Besatzer und Invasoren ein Ende gefunden hat.

Quelle: Constantin Schreiber, «Die Kinder des Koran. Was muslimische Kinder lernen», Verlag Econ

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