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Hofbauer über seinen Rücktritt«Spielt der Hofbauer (geng) no?»

Matthias Hofbauer äussert sich in seiner Kolumne persönlich zu seinem Rücktritt.

Matthias Hofbauer
Matthias Hofbauer
Marcel Bieri

«Zurzeit fällt es mir schwer, meine Gedanken zu sortieren. Der Corona-Ausnahmezustand, der auch mich und meine Familie vor grosse Herausforderungen stellt, plötzliches Saisonende, plötzliches Karriereende?

Oft wurde ich auf das (perfekte) Ende angesprochen. Dabei ist in mir die Überzeugung gewachsen, dass die Ziellinie nebensächlich ist. Dass mein letztes Spiel auch irgendwo auf einem Pausenhof stattfinden dürfte. So wie alles begann. Entscheidend ist das, was auf dem Weg dorthin passiert ist.

Was ich nur schon in den letzten fünf Jahren erleben durfte, bringt mich zu der Erkenntnis, dass ein zeitiger Rücktritt eine Fehlentscheidung gewesen wäre. Mein Bruder Christoph – die wichtigste Person in meiner Unihockeykarriere – musste verletzungsbedingt bereits vor ein paar Jahren aufhören. Spätestens da habe ich beschlossen, alles, was noch kommt, als Zugabe zu betrachten, und ich bin enorm dankbar, dass ich so viele Ehrenrunden drehen durfte.

Ich habe also nicht so lange gespielt, um den perfekten Abschluss zu finden. Ich habe gespielt, weil ich es einfach nicht lassen konnte. Weil ich mich noch nicht lösen konnte von diesem Rhythmus, fünfmal pro Woche in die Halle zu fahren und gemeinsam mit den Jungs ein Ziel zu verfolgen. Täglich alles zu investieren, um bereit zu sein, wenn es zählt. Und weil ich schon gar nicht aufhören wollte, jene Mentalität zu leben, welche wir in den letzten zwei Jahrzehnten aufgebaut haben.

Den eigentlichen Traumabschluss hatte ich bereits an der WM 2018. Mein letztes Spiel für die Schweizer Nationalmannschaft, anschliessend eine zehnminütige Verlängerung auf dem Spielfeld mit unserem damals anderthalbjährigen Sohn. Mit in der Halle meine Familie und zahlreiche Freunde.

Nein, der Hofbauer spielt nicht mehr. Denn ich habe mitunter auch so lange gespielt, damit ich nicht plötzlich wieder damit beginne.»