Van der Garde verzichtet auf Start

Der Holländer Giedo van der Garde überlässt beim Formel-1-Auftakt in Australien die Sauber-Cockpits Felipe Nasr und Marcus Ericsson. Er gibt aber nicht auf.

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Da schien Giedo van der Garde bis zum Äussersten gehen zu wollen. Sein Anwalt forderte noch am Freitag die Verhaftung von Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn oder zumindest eine heftige Geldbusse. Weil diese sich geweigert haben soll, die nötige Unterschrift für die Beantragung der Superlizenz von Giedo van der Garde zu leisten. Diese hätte er benötigt, um an diesem Wochenende den Formel-1-Auftakt in Melbourne in einem Cockpit des Schweizer Rennstalls zu bestreiten – den Platz hatte er sich vor dem obersten Gerichtshof des australischen Bundesstaates Victoria in Melbourne erfolgreich erkämpft.

Weil sie ihm fehlte, konnte er auch nicht am freien Training teilnehmen. Auch die beiden neuen Piloten des Schweizer Rennstalls, der Brasilianer Felipe Nasr und der Schwede Marcus Ericsson, schauten beim ersten Teil zu. Zu gross war der Respekt vor möglichen Strafen. Im zweiten Training aber verliessen die beiden Sauber-Fahrer die Box. Ericsson nur für 14 Runden, ehe er wegen einer gebrochenen Radaufhängung zurückkehrte. Nasr konnte immerhin 33 Runden drehen. Die über drei Sekunden Rückstand auf den Schnellsten, den letztjährigen WM-Zweiten Nico Rosberg (Mercedes), waren nach den guten Testfahrten in Jerez und Barcelona aber ebenfalls enttäuschend. Allerdings war die Situation auch keine einfache, brachte Van der Garde doch mächtig Unruhe ins Team.

Rückzug «aus Respekt vor dem Motorsport»

Doch plötzlich dürfte es wieder ruhiger werden im Team von Sauber. Denn es kam zu einer unerwarteten Einigung in diesem einmaligen Fall – zumindest vorerst. Der 29-Jährige, der nicht einmal begrüsst wurde, als er vor dem freien Training in der Box von Sauber erschien, und alle Mechaniker – bis auf drei – die Box demonstrativ verliessen, liess Gnade vor Recht walten.

Bei einem neuerlichen Gerichtstermin am frühen Samstagmorgen (MEZ) erklärte Van der Garde, er verzichte an diesem Wochenende auf seine Ansprüche. Es werden also die neuen Sauber-Piloten Nasr und Ericsson im Cockpit der beiden C34 sitzen, wenn am Sonntag der Startschuss zum ersten Saisonrennen fällt. Der Holländer begründete seine Entscheidung so: «Aus Respekt vor den Interessen des Motorsports habe ich entschieden, meine Rechte aufzugeben, an diesem Wochenende zu fahren.»

Wie der Fall weitergeht, ist allerdings noch offen. Denn nach Ansicht von Van der Garde und seinen rechtlichen Vertretern, verfügt er über einen Vertrag als Stammfahrer für die ganze Saison. So sagte er denn auch: «Als passionierter Rennfahrer fiel mir die Entscheidung nicht leicht. Mein Management wird Anfang nächste Woche mit den Verantwortlichen von Sauber sprechen, um eine akzeptable Lösung für die jetzige Situation zu finden.» Der Schweizer Rennstall kann also wohl nur für ein Wochenende durchatmen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.03.2015, 01:21 Uhr

Lewis Hamilton deutlich voraus

Lewis Hamilton bestätigt ein weiteres Mal die Überlegenheit des Teams Mercedes. Der Weltmeister fährt im dritten freien Training für den Grand Prix von Australien klare Bestzeit.

Hamilton war auf seiner besten Runde fast sieben Zehntel schneller als der zweitplatzierte Sebastian Vettel im Ferrari. Der Deutsche deutete damit erneut die Fortschritte der Scuderia im Vergleich zur vergangenen Saison an. Nico Rosberg, der am ersten Trainingstag in beiden Sessionen vor Hamilton der Schnellste war, klassierte sich im zweiten Mercedes als Dritter.

Die Sauber-Fahrer Felipe Nasr und Marcus Ericsson, die sich nach dem Entscheid von Giedo van der Garde, auf das Startrecht in Melbourne zu verzichten, nun der Teilnahme am ersten Grand Prix der Saison sicher sein dürfen, belegten die Plätze 10 und 12.

Melbourne. Grand Prix von Australien. Drittes freies Training: 1. Lewis Hamilton (Gb), Mercedes, 1:27,867. 2. Sebastian Vettel (De), Ferrari, 0,696. 3. Nico Rosberg (De), Mercedes, 0,954. 4. Valtteri Bottas (Fi), Williams-Mercedes, 1,045. 5. Felipe Massa (Br), Williams-Mercedes, 1,121. 6. Kimi Räikkönen (Fi), Ferrari, 1,150. 7. Romain Grosjean (Fr/Sz), Lotus-Mercedes, 1,614. 8. Pastor Maldonado (Ven), Lotus-Mercedes, 1,997. 9. Carlos Sainz (Sp), Toro Rosso-Renault, 2,002. 10. Felipe Nasr (Br), Sauber-Ferrari, 2,067. Ferner: 12. Marcus Ericsson (Sd), Sauber-Ferrari, 2,746. - 18 Fahrer im Training.(si)

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