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An der Verletzungsmisere trägt der Klub eine Teilschuld

Sportredaktor Adrian Horn zum enttäuschend frühen Saisonende von Wacker Thun.

Wacker (in Schwarz) hielt gegen die Kadetten ganz gut mit, zog aber den Kürzeren.
Wacker (in Schwarz) hielt gegen die Kadetten ganz gut mit, zog aber den Kürzeren.
Keystone

Nie ist Wacker besser besetzt gewesen als in der am Freitagabend zu Ende gegangenen Saison. Dennoch scheiterten die Thuner in den Playoffs zum frühestmöglichen Zeitpunkt – nach drei Partien und ebenso vielen Niederlagen. Der Grund dafür ist offensichtlich: das sogenannte Verletzungspech.

Zuletzt fehlten mit Topskorer Lukas von Deschwanden, Captain Roman Caspar, Profi Nikola Isailovic, Nationalspieler Nicolas Raemy und An­dreas Merz, dem dreimaligen Schweizer Torhüter des Jahres, fünf der sechs wichtigsten Kräfte. Bevor mit Raemy Mitte September die erste zentrale Figur ausgefallen war, hatte Martin Rubins Team sämtliche Begegnungen gewonnen, sechs Siege aneinandergereiht, die Tabelle überlegen angeführt.

Die Berner Oberländer hätten im Kampf um den Meistertitel ein gewichtiges Wort mitgeredet, wäre zumindest das Gros der Leistungsträger an Bord gewesen. Hinter Wacker liegt ein unbefriedigend verlaufenes Championat, weil viele Akteure verletzt gewesen sind: So simpel? Ja, so simpel.

Rubin führt die ungewöhnlich vielen Ausfälle auf Pech zurück. Der Coach sagt, zumeist sei es «einfach dumm gelaufen», all die Verletzungen gründeten nicht auf einem generellen Defizit, Massnahmen würden demnach nicht ergriffen werden.

Wacker musste deswegen auf so viele wichtige Leute verzichten, weil das Schicksal es so gewollt hatte: So simpel? Nein!

Raemy erlitt ein Schleuder­trauma in der Hauptrunden­partie gegen Abstiegskandidat Basel. In der Schlussminute. Als die Thuner 39:21 führten. Den Schlüsselspieler hätten die Gastgeber da längst nicht mehr benötigt. Von Deschwanden mischte im Qualifikationsmatch gegen Abstiegsrundenteilnehmer St. Gallen nicht wirklich munter weiterhin mit, nachdem er sich verletzt hatte, er hinkte, litt. Die Berner gewannen 27:21. Wieder fit, brach sich der so wichtige Aufbauer den Daumen an der Wurfhand. Und lief in den folgenden Partien trotzdem auf.

Die Oberländer verstehen es nicht, die Kräfte gezielt einzusetzen. Gerade für Nationalspieler hält die Saison ungemein viele Prüfungen bereit. Es gilt, Pausen zu gewähren, angeschlagene Leistungsträger zu schonen, genesene Akteure nicht gleich wieder zu forcieren. Partien wie ­jene gegen Basel und St. Gallen gewinnt Wacker auch, wenn Schlüsselspieler fehlen. Jene gegen Schaffhausen nicht. Und entschieden wird die Meisterschaft nun mal im Frühling.

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