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Die "Könglichen" unter grossem Druck

Heute Abend beginnt für 16 der 32 Champions-League-Klubs die Reise, die idealerweise bis nächsten Mai dauert und in den Final in Wembley führt.

Besonders reizvoll ist die Affiche zwischen Real Madrid und Manchester City. Anhänger von Real Madrid müssen derzeit leer schlucken, wenn sie die Tabelle der Primera Division anschauen. Angeführt wird das Klassement nach vier Runden vom verlustpunktfreien Erzrivalen aus Barcelona, die nächsten Plätze werden von Mallorca, Malaga und Sevilla belegt. Noch viel schlimmer: Die Königlichen selber folgen erst auf Platz 14, mit für ihre Verhältnisse läppischen vier Punkten.

Ein Sieg, ein Unentschieden und zwei Niederlagen - das ist der schlechteste Meisterschaftsstart in der Trainerkarriere von Jose Mourinho, die 2001/02 bei Uniao Leiria begonnen hatte. Real selber ist letztmals ebenfalls 2001/02 so schlecht gestartet, damals noch unter dem heutigen Nationaltrainer Vicente Del Bosque. Dem genau gleich schwachen Saisonanfang folgte aber ein gewaltiger Steigerungslauf, der schliesslich im Gewinn der neunten Champions League gipfelte. Den Siegestreffer erzielte damals im Hampden Park Zinédine Zidane mit einem wunderbaren Volley-Tor.

Seither hat das "weisse Ballett" die Champions League nicht mehr gewonnen. Besonders eingefleischte "Aficionados" werten die derzeitige Misere deshalb als positives Omen. Zuerst geht es aber darum, ein akzeptables Spielniveau wiederzufinden und sich in der "Hammer-Gruppe", die durch Borussia Dortmund und Ajax Amsterdam komplettiert wird, für die K.o.-Phase zu qualifizieren. Das weiss auch Mourinho: "Wir haben hier vier Landesmeister aus vier wichtigen Nationen. Das Hauptziel ist nicht, alle Spiele zu gewinnen, sondern weiterzukommen."

Dazu braucht es auch eine gute Verfassung von Cristiano Ronaldo. Mourinhos Landsmann ist so etwas wie das Barometer für die Form der ganzen Equipe; Reals derzeitige Schwäche hängt auch mit dem persönlichen Unwohl der Diva zusammen. "CR7" klagte, er fühle sich in Madrid nicht richtig geliebt, und bleibt derzeit um einiges hinter seinem gewohnten Rendement zurück.

Mit Manchester City gastiert heute nun nicht gerade ein idealer Aufbaugegner im Santiago Bernabeu. Die "Citizens" sind seit dem 0:1 bei Arsenal am 8. April in nunmehr 13 Partien ungeschlagen und haben vor allem mit dem "Last-Second-Titel" in der Meisterschaft enormes Selbstvertrauen getankt. Real darf nicht mehr darauf setzen, dass Manchester City wie in der letzten Saison auf europäischer Ebene an den zu hohen eigenen Erwartungen scheitern wird. Damals schied die Truppe von Roberto Mancini in der Gruppenphase der Champions League aus und scheiterte in der Europa League im Achtelfinal an Sporting Lissabon, dem nächsten Gegner des FC Basel. Der ehemalige Lazio-Trainer Mancini ist aber zuversichtlich: "Wir sind als Team enorm gereift und ich gehe davon aus, dass wir diesmal viel besser abschneiden werden."

Auch in der Gruppe C startet ein Traditionsklub mit einem Heimspiel und viel Druck in die Champions League. Das auf vielen Positionen veränderte Milan, das nach drei Spielen in der Serie A erst drei Punkte totalisiert und am Samstag gegen Atalanta Bergamo die bereits zweite Heimniederlage einstecken musste, empfängt Anderlecht. Die Belgier sollten für Milan ein gutes Omen bedeuten. Erstens hat Anderlecht in 14 Gastspielen in Italien noch nie gewonnen und zweitens hat Milan an die beiden bisherigen Kampagnen, in denen es zu diesem Duell kam, gute Erinnerungen: Beide Male krönten sie sich am Saisonende zu den Königen Europas. Dass die Nerven bei den "rossoneri" angespannt sind, beweist Adriano Gallianis Bekenntnis zum Coach: "Massimiliano Allegri steht nicht zur Diskussion."

Gespannt beobachtet wird auch Paris St-Germains erster Champions-League-Auftritt, seitdem katarische Öl-Euros fliessen. Die Hauptstädter um den ehemaligen Milan-Superstar Zlatan Ibrahimovic empfangen Dynamo Kiew, den Klub von Admir Mehmedi. Für PSG ist das Überstehen der Gruppe A, die auch Dinamo Zagreb und Porto umfasst, das Minimalziel.

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