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Die Woche seines Lebens

André Willimann führt Cupsieger Wacker Thun zum nächsten Erfolg. Der Keeper bringt beim 33:28 gegen Kriens seine künftigen Teamkollegen zur Verzweiflung.

Er hält auch den: André Willimann vereitelt eine Chance der Krienser.
Er hält auch den: André Willimann vereitelt eine Chance der Krienser.
Markus Grunder

31 ist André Willimann bereits. Der grosse Coup blieb ihm lange verwehrt. Ohne dabei eine Menge Aufmerksamkeit zu kriegen, hütete der Luzerner während vieler Jahre das Tor ambitionierter Nationalliga-B-Klubs.

Im Sommer stiess der Routinier zu Wacker – als Nummer 3. Täglich fährt der beim Familienunternehmen beschäftigte Dagmerseller nach Thun, zu Abend isst er häufig an der Tankstelle einen Snack. Das Gehalt, das er im Berner Oberland bekommt, ist vergleichs-weise niedrig.

Im gehobenen Alter holt Willimann nun nach, was er schon verpasst zu haben drohte. In der Qualifikation glänzt er mit der drittbesten Abwehrquote aller Torhüter. Im Cuphalbfinal gegen Kadetten Schaffhausen Anfang Monat pariert er 40 Prozent der Würfe, wird zum Best Player gewählt. Tags darauf stemmt er seinen ersten Titel.

Mitte Woche wird bekannt, dass der Luzerner zu Kriens wechseln wird. Und am Samstag kommt der Schlussmann zum Auftakt der Finalrunde in der Begegnung mit den Innerschweizern für den glücklosen Marc Winkler ins Spiel, er macht gleich drei Chancen seiner künftigen Mitstreiter zunichte. 17 Paraden stehen ihm am Ende zu Buche, gelungen sind sie ihm während 40 Minuten Einsatzzeit.

Hinter André Willimann liegt die aufregendste Woche seiner Karriere. Innerhalb kürzester Zeit ist der 31-Jährige in neue Sphären vorgedrungen, er ist gegenwärtig zumindest statistisch der stärkste Schlussmann hierzulande, und sollte er seine Form konservieren können, wird Trainer Martin Rubin nicht darum herumkommen, seine Torhüterhierarchie zu überdenken.

Als Wacker im Januar die Verpflichtung von Nationalkeeper Flavio Wick auf die nächste Saison hin bekannt gibt und gleichzeitig erwähnt, dass Willimann den Klub verlassen dürfte, entsteht teilweise der Verdacht, die Thuner hätten den Kontrakt mit dem dankbaren Luzerner bloss verlängert, wenn sie Talent Wick nicht gekriegt hätten.

Dies indes stellt sich als falsch heraus. Willimann geht freiwillig, er will Wohnung und Job in der Heimat nicht aufgeben, mag gleichzeitig auf Dauer nicht pendeln. Davon profitiert Kriens, das am Samstag am eigenen Leib erfährt, wie stark der künftige Arbeitnehmer ist.

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