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Dominator als Aussenseiter

Qualifikationssieger Wacker Thun trifft zum Abschluss der Hauptrunde in Schaffhausen auf die Kadetten. Der Serienmeister blickt auf eine vergleichsweise schwache erste Saisonhälfte zurück. Er ist für einmal nicht Favorit.

Verteidigen oft erfolglos: Die Kadetten kassieren viele Treffer.
Verteidigen oft erfolglos: Die Kadetten kassieren viele Treffer.
Christian Pfander

In Schaffhausen brennt eine Woche vor Weihnachten der Baum. Beim erfolgreichsten Klub hierzulande herrscht eher keine Adventsstimmung. Es ist durchaus vorstellbar, dass das Jahr für die Kadetten endet, wie es begonnen hat: mit einer Niederlage gegen Wacker Thun und einem Trainerwechsel. Nachdem die Nordostschweizer Anfang Februar im Cuphalbfinal den Berner Oberländern unterlegen waren, ersetzten die Verantwortlichen Coach Lars Walther durch den langjährigen Regisseur Peter Kukucka.

Dieser überzeugte zunächst, der Slowake führte das Team um die Ausnahmekönner Manuel Liniger und Gabor Csaszar zum Meistertitel. In dieser Saison aber tut sich der Favorit trotz des Zuzugs sehr fähiger Leute wie des kroatischen Nationalkeepers Ivan Stevanovic sehr schwer. Der Rückstand auf Martin Rubins Ensemble, den Qualifikationssieger, beträgt 4 Punkte.

Die Nordostschweizer priorisieren im Herbst traditionell die Champions League und können es sich dank der Vielzahl an kompetitiven Kräften leisten, Schlüsselfiguren in der Meisterschaft punktuell zu schonen, bevor es in der zweiten Saisonhälfte um den Titel geht. Gelegentliche Aus­rutscher in Herbst und Winter sind faktisch einkalkuliert. Die Schwierigkeiten aber, welche die Kadetten gegenwärtig bekunden, irritieren.

Kürzlich verloren sie den Cuphalbfinal gegen den BSV Bern Muri klar, sie wirkten dabei uninspiriert und konzeptlos. Und jüngst wendeten sie in Gossau mit allergrösster Mühe eine Pleite ab, sie gewannen am Mittwoch 35:33. Im Kräftemessen mit dem auf dem Papier wohl schlechtesten Nationalliga-A-Team überhaupt war der Serienmeister zur Pause mit drei Treffern Differenz im Hintertreffen gelegen.

Die vielen talentierten hiesigen Handballer, welche die Schaffhauser beschäftigen, haben innerhalb der letzten Monate keine Fortschritte erzielt. Die Rückraumschützen Luka Maros und Dimitrij Küttel, hoch eingeschätzt und Stammangehörige in der Nationalauswahl, legen seit Wochen ernüchternde Auftritte hin. Ron Delhees, ein anderer Schweizer Aufbauer mit Gardemassen, hat den Beweis, begabt zu sein, auf Spitzenlevel nie erbracht. Und Schlussmann Simon Kindle vermag bisher nicht an seine tollen Leistungen aus der letzten Saison anzuknüpfen.

Ein Problem der Kadetten ist, dass sie viel zu viele Tore kassieren. Bloss Gossau und Aufsteiger Endingen verteidigen noch schlechter als der Titelverteidiger. Darauf reagieren die Schaffhauser, indem sie sich verstärken. Aufs neue Jahr hin stösst der serbische Routinier Bojan Beljanski zum Team. Ob diese eine Korrektur ausreicht?

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