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Gemeinsam statt einsam laufen

Alena Zwahlen, Mira Imhof und Nina Burkhardt rennen am Samstag durch die Berner Altstadt. Die drei Schülerinnen des Gymnasiums Kirchenfeld verfolgen ein Ziel: gemeinsam etwas erreichen. Motiviert hat sie ihre Lehrerin Ruth Raaflaub-Minnig.

Gemeinschaftserlebnis am Aargauerstalden: Ruth Raaflaub-Minnig (Mitte) trainiert mit Sujana Sivapatham (ganz links), Irina De Faveri (blaues T-Shirt), Alena Zwahlen (rotes T-Shirt), Mira Imhof (graues T-Shirt) und Nina Burkhardt (ganz rechts) für den Altstadt-GP vom Samstag.
Gemeinschaftserlebnis am Aargauerstalden: Ruth Raaflaub-Minnig (Mitte) trainiert mit Sujana Sivapatham (ganz links), Irina De Faveri (blaues T-Shirt), Alena Zwahlen (rotes T-Shirt), Mira Imhof (graues T-Shirt) und Nina Burkhardt (ganz rechts) für den Altstadt-GP vom Samstag.
Andreas Blatter

Der Grand Prix von Bern ist für Ruth Raaflaub-Minnig jeweils ein anspruchsvolles Gedächtnistraining. Als bewährte Startspeakerin muss die 52-jährige Bernerin aus Tausenden von Informationen über die Läufer ganz schnell die spannendsten Eckdaten herauspicken. Am Samstag, wenn um 14.30 Uhr zum Altstadt-GP gestartet wird, braucht Ruth Raaflaub-Minnig, Sportlehrerin am Gymnasium Kirchenfeld, 51 Spickzettel weniger – denn so viele ihrer Schülerinnen und Schüler nehmen ebenfalls am beliebten Lauf durch die Berner Altstadt teil.

«Es freut mich, dass ich meine Gymeler so zahlreich für den GP von Bern motivieren konnte. Das Reizvolle an der Teilnahme ist, gemeinsam etwas zu erreichen», sagt Raaflaub-Minnig. «Wer am GP läuft, erhält im Ausdauerbereich die Schulnote 6», betont die Masters-Doppelweltmeisterin im Weitsprung und Hürdenlauf. Seit der GP zu den Mittelschulmeisterschaften zählt, hat sich die Teilnehmerzahl der Kirchenfeld-Gymeler mehr als verdoppelt. 2006 hatten sich 129 Schülerinnen und Schüler für die beiden GP-Strecken eingeschrieben, heute sind es 281. Julia Saner, Gewinnerin des Elite-Model-Wettbewerbs, ist die prominenteste Läuferin. Das Gymnasium Kirchenfeld wird auch dieses Jahr den von der Post ausgeschriebenen Preis für die grösste teilnehmende Mittelschule gewinnen – wie schon 2009. Die sportlichen Schüler erhalten je einen Gutschein für einen der elf modernen Kinosäle im Westside.

Sie schwärmt von Affolter

Eigentlich könnte Nina Burkhardt, 15, am Samstag im Trikot des Fast-Meisters durch die Berner Altstadt rennen. Das Young Girl besitzt ein YB-Leibchen, verteidigt sie doch im U-16-Frauenteam des zweitbesten Super-League-Klubs. Die Gymnasiastin schwärmt von ihrem «Pendant» François Affolter: «Er spielt die schönsten Pässe. Alles sieht bei ihm so elegant aus.» Sie besuche die YB-Heimspiele regelmässig. «Als Vereinsmitglied kann ich gratis ins Stade de Suisse», sagt Nina Burkhardt. Leistungsfussball möchte sie später aber nicht betreiben. «Der Druck wäre mir zu gross.» Sie hat eine andere Vorstellung, wie sie dereinst ihr Geld verdienen will: «Ich möchte Medizin studieren und als Kinderärztin arbeiten.» Den Altstadt-GP betrachtet Nina Burkhardt als wettkampfmässiges Ausdauertraining. «Ich finde es aufregend, gemeinsam mit all meinen Klassenkameradinnen zu laufen. Jeder muss für jeden kämpfen», meint die sportliche Stadtbernerin.

Spass am Nass

Mira Imhof, 15, wandelt am Samstag auf Vaters Spuren. Auch er musste vor fünf Jahren eine Höchstleistung erbringen: Martin Imhof fuhr mit dem Moutainbike zwölf Tage lang auf dem indischen Himalaja-Trail von Manali nach Leh im ehemaligen buddhistischen Königreich Ladakh. «Der höchste Pass, den mein Vater passierte, war 5300 Meter hoch», erzählt die Stadtberner Gymnasiastin stolz. Eigentlich findet sie Laufen uncool, das bevorstehende Gemeinschaftserlebnis am Altstadt-GP wolle sie sich aber nicht entgehen lassen, sagt Mira Imhof. Sie schwimme lieber, das sei weniger stressig und mache mehr Spass als einsam zu joggen. «Zweimal pro Woche trainiere ich bei der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft Muri-Gümligen.» Die 4,7 Kilometer lange Laufstrecke vom Guisanplatz an die Mingerstrasse ist für Mira Imhof eine Art Gesundheitstherapie. «Ich leide an Asthma. Ausdauertraining tut meinen Lungen gut.»

Hoch zu Ross

Der Lauf durch die Altstadt von Bern, ein Unesco-Welterbe, ist für Alena Zwahlen, 15, eine Premiere. «Noch nie bin ich wettkampfmässig gelaufen», sagt die Stadtbernerin. «Ich möchte am Samstag herausfinden, wo meine Leistungsgrenzen sind.» Triebfeder ist – wie bei ihren Klassenkameradinnen Nina Burkhardt und Mira Imhof auch – «das gemeinsame Erlebnis». Und da sie ohnehin fitter werden will, sei der Altstadt-GP doch eine willkommene Trainingseinheit. «Fechten und Schwimmen interessieren mich aber mehr als Laufsport», sagt Alena Zwahlen. Vor eineinhalb Monaten ist sie dem Fechtclub Bern beigetreten. «Fechten ist ein lässiger Sport, der Koordination, Schnelligkeit und Körperkontrolle voraussetzt.» Einmal pro Woche reitet sie an der Seite eines pensionierten Reitlehrers durch die Natur. Für Alena Zwahlen ist es gewissermassen eine Schnupperlehre: Sie will Pferdeärztin werden.

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