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Ein Abend fürs Gemüt

Das zuletzt schwächelnde Wacker Thun deklassiert St. Otmar St. Gallen und gewinnt 44:34. Die in dieser Saison so überzeugenden Ostschweizer irritieren mit einem bizarren Auftritt.

Befreiungsschlag: Captain Jonas Dähler feiert einen seiner sieben Treffer.
Befreiungsschlag: Captain Jonas Dähler feiert einen seiner sieben Treffer.
Christian Pfander

Die Partie ist zu Ende, nicht aber die Veranstaltung. Coach Martin Rubin und Andreas Merz, der langjährige Keeper und jetzige Torhütertrainer, werden aufs Feld gebeten und geehrt, der Verband zählt sie fortan zu seiner Hall of Fame, einem Gefäss, das Legenden vereint. Die Feierlichkeiten passen zu einem Abend, an dem Wacker alles gelingt.

Hinter den Thunern liegt ein Spiel, das sie so sehr gebraucht haben. Die letzten Wochen waren ja so gar nicht für sie gelaufen. Pech und fehlendes Wettkampfglück beklagten die Berner Oberländer, sie waren teils hochgradig dezimiert und zunehmend verunsichert. Bei den jüngsten drei Niederlagen verloren sie mit einem Tor Differenz.

Am Mittwoch aber war alles anders. Rubins Team schlug mit St. Otmar einen hoch eingeschätzten Gegner, welcher zuletzt zweimal in der Lachenhalle gewonnen hatte. Respektive: Es deklassierte ihn. 7:3 und 17:10 führte es und lief nie Gefahr, eine weitere Pleite zu kassieren. 44:34 lautete das Skore am Ende. Es war eine Wortmeldung der Thuner, eine Botschaft an die Konkurrenz, die hiess: Wir leben noch!

Unverändert fehlen Wacker wichtige Leute. Topskorer Ivan Wyttenbach plagen seit einigen Tagen körperliche Probleme, er musste sich wie am Sonntag in Aarau auf das Ausführen der Siebenmeter beschränken.

Die St. Galler griffen von Beginn weg mit sieben Feldspielern und Linkshänder Rares Jurca im linken Rückraum an; im Cupviertelfinal vor drei Wochen hatten sie damit in der Verlängerung Erfolg gehabt. Nun erwies sich der Verzicht auf einen Keeper als wenig taugliches Mittel: Die Gäste kassierten reihenweise Treffer ins verwaiste Tor. In der Disziplin Werfen ins leere Gehäuse brillierte vorab Ausländer Phillip Holm, der insgesamt zehnmal erfolgreich war.

Konsequent, stur – oder schlicht dämlich?

Es war verblüffend und irritierend, dass die St. Galler an ihrer Strategie festhielten, einer Strategie, die man im Grunde bereits nach der Startphase als gescheitert hatte betrachten müssen. Sie kassierten fortwährend Treffer in das leere Tor, und so erhielt die Partie irgendwann groteske Züge. Das Experiment aber können sich die Ostschweizer leisten – der Modus lässt derlei Auftritte zu, sie fallen nicht ins Gewicht. Für Kopfschütteln sorgte die Darbietung freilich dennoch.

Wacker - St. Gallen 44:34 (21:15)

780 Zuschauer. – Wacker: Wick (3 Tore); Holm (10), Felder (3), Dähler (7), Suter (4), Giovanelli, Lanz (6), Wyttenbach (2/2), Friedli (3), Lüthi, Simon Huwyler, Guignet (2), Stefan Huwyler (2), Haas (1), Bouilloux (1).

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